Tuesday, October 10, 2006

Der gestrige Abend - Dorothy ist nicht mehr in Kansas

Man verzeihe mir das Wortspiel...
Dr. Dorian hat einfach zu herrlich geguckt, als ich ihn Dorothy nannte. Nun wird er für mich irgendwie Dorothy bleiben, auch wenn er nicht aus Kansas kommt und keine gelbe Ziegelsteinstraße entlanghopst.

Um ca. 18:30 Uhr kam ich gestern wieder im PPTH an und marschierte erstmal schnurstracks in Wilsons Büro. Er hörte mich gar nicht eintreten, saß mit geschlossenen Augen in seinem Sessel und hörte Sarah McLachlan. So leise wie es mir möglich war trat ich hinter ihn und hielt ihm die Augen zu.
"Da muss ich gar nicht raten. Das kannst nur du sein, Greg!"
Grinsend nahm ich die Hände weg, beugte mich von hinten über ihn, so dass er mich auf dem Kopf stehend sah und machte einen Kussmund.
"Das willst du nicht wirklich tun, oder?", fragte James und zog eine Braue hoch.
"Und wenn doch?"
"Lohnt sich nicht - sieht keiner!"
Ich richtete mich wieder auf und setzte mich auf seinen Schreibtisch. "Stimmt, ich wollte damit ja warten, bis Dr. Reid da ist."
James verdrehte die Augen. "Ich bitte dich...tu das nicht!"
Ich zuckte die Achseln. "Mal sehen. Das ergibt sich dann aus der Situation heraus. Und? Hast du die beiden schon kennengelernt?"
Er nickte. "Japp! Cuddy war kurz mit ihnen hier. Sie war ziemlich angepißt, dass du nicht mehr da warst übrigens."
Ich schaute ihn unschuldig an. "Sie hat mir nicht gesagt, dass ich da sein sollte...."
James grinste mich bloß an und wir tranken noch einen Kaffee zusammen, bevor wir in den Aufenthaltsraum gingen.

Dort warteten schon Cuddy, Chase, Foreman und Cameron und letztere hatte die Idee, doch mal schnell ein Selbstauslösergruppenbild zu machen, wo wir schonmal alle relativ herausgeputzt waren. Der Hintergrund ist zwar etwas trostlos geraten, aber an sich ist das Bild sehr nett geworden. James wirkt darauf irgendwie, als sei er auf irgendwas stolz.

Kurze Zeit später hörten wir Schritte auf dem Gang und ein leicht nervöses Getuschel. "Cox hat gesagt 'Viel Spaß mit Professor Snape'!", hörte ich eine Frauenstimme sagen.
"Ach Quatsch! Cox ist krank!", entgegnete ein Mann und klang dabei nicht sehr sicher.
Ich grinste. Anscheinend hatte der Blödmann bereits mit den beiden telefoniert und wenig erfreuliches von unserem Gespräch berichtet. Cuddy schien auch zwei und zwei zusammenzuzählen und warf mir einen tadelnden Blick zu. Dann erhob sie sich und ging hinaus, um die beiden zu begrüßen und führte sie hinein. Chase hatte in einem Anfall von Dramatik das Titellied von Der Pate eingelegt, als sie unsicher auf mich zukamen und Foreman unterdrückte mit größter Mühe einen aufkeimenden Lachanfall.
Mit verschränkten Armen lehnte ich am Tisch und schaute ihnen entgegen.
"Ah, Dorothy und Reid!"
Dr. Dorian erstarrte mitten im Gehen und glotzte mich an.
"Ups!", entfuhr es mir. "Entschuldigen Sie das Versehen, Dr. Dorian."
Dann machte ich einen Schritt auf die beiden zu, um ihnen die Hände zu schütteln.
"Ich bin Dr. Gregory House, Leiter der Abteilung für Diagnostische Medizin, Nephrologe und Spezialist für Infektionskrankheiten. Und während Ihres Aufenthaltes hier zusammen mit Dr. Wilson Ihr Betreuer."
Beide lächelten mich etwas nervös an und stellten sich ebenfalls vor. Dr. Reid erscheint ein wenig übernervös und ziemlich unsicher. Dabei ist sie recht hübsch und hätte kaum Grund für ein solches Verhalten. Dr. Dorian erschien mir auch ein wenig linkisch, aber die "Gang" nahm sich der beiden sogleich an, bot Getränke an und begann Plaudereien. Es wird schon werden mit den beiden, denke ich.
Punkt 19 Uhr erschien auch ein geschniegelter Dr. Allenby und stellte sich den beiden noch rasch vor. Ich war ausgesprochen zufrieden, dass er sich in ein Gespräch mit ihnen vertiefte und somit nicht gleich an mir klebte.

Ich setzte mich zu James auf die Couch und schaute von dort aus erst einmal, was Cuddy so alles besorgt hatte. Es gab belegte Brötchen (wobei mir allerdings der Sinn nach Pizza stand), Sekt, Wein, Bier, Wasser, Coke, Seven Up und natürlich Kaffee. Sehr gut!
"Ich glaube nicht, dass die beiden dir sonderlich Arbeit machen werden", bemerkte James und nahm einen Schluck Coke. Er war fest entschlossen, diesen Abend nüchtern zu bleiben.
Ich zuckte die Achseln. "Das wird sich morgen zeigen, wenn wir die ersten Fälle mit ihnen besprechen. Magst du auch ein Bier?"
"Heute bleibe ich antialkoholisch, Greg."
"Alter Langeweiler", grinste ich und schnappte mir ein Budweiser.
Dabei kam Dr. Reid mit einem Glas Sekt in der Hand auf mich zu. "Ich...wusste gar nicht, dass Sie einen Stock haben...", begann sie auf ihrer Unterlippe kauend.
Ich nahm unbeeindruckt einen Schluck Bier. "Dafür dachte ich mir bereits, dass Sie Titten haben!"
Sie wurde flammend rot im Gesicht und Cuddy rief ein wütendes "House!" aus.
Ich grinste. "Was denn? Das war tatsächlich so..."
Cuddy fasste Dr. Reid kurz beim Ellenbogen. "Machen Sie sich nichts draus. Er ist brilliant, aber ein Widerling!"
Ich schob beleidigt die Unterlippe vor und bemühte mich um den Gesichtsausdruck eines geprügelten Hundes. Cuddy verdrehte die Augen und wandte sich ab, als James hinzukam. Er legte mir die Hand auf die Schulter und lächelte Dr. Reid entschuldigend an. "Eigentlich ist er kein Widerling...Allerdings", fügte er mit einem Seitenblick auf mich hinzu, "ist er öfter mal ein Mistkerl."
Ich hob bloß die Schultern, nahm einen weiteren Schluck Bier und ließ mich in Smalltalk verwickeln, zu dem auch Dr. Dorian, genannt JD, hinzukam. Den Rest des Abends gab ich mich dann auch außergewöhnlich nett und "JD" und Dr. Reid entspannten sich zunehmend.

Ich trinke jetzt erstmal mit James einen Kaffee und berichte gleich weiter.

0 Comments:

Post a Comment

Links to this post:

Create a Link

<< Home