Wednesday, October 11, 2006

Ich habe ansteckend gute Laune

...wenn ich mich unter meinen Mitarbeitern so umsehe.
Cameron ist furchtbar zickig und haut einen bitchigen Kommentar nach dem anderen raus.
Foreman, Chase, Reid und Dorian zeigen sich gar nicht erst nach meinem Ausbruch heute früh.
Und James...
James tut mir leid. Ihm geht wohl einiges durch den Kopf heute. Ich finde es aber auch vollkommen unmöglich von Julie, dieses seltsame Treffen einzuleiten und dann noch seltsamere Fragen zu stellen. Ich bin mir sicher, James freut sich schon mächtig auf seine Heimkehr heute.
Wenn er gleich wegen des Falles, den er eigentlic Cameron gegeben hatte, hier aufschlägt, werde ich ihm den Vorschlag mit Piont Pleasant nochmal machen und ihm auch gleich das Haus zeigen.
Eben habe ich nochmal angerufen und vorreserviert. Wenn ich bis morgen früh bescheid gebe, bekomme wir es.
Das wäre ja schon...schön.

Ich könnte diese Auszeit auch gut brauchen, denn ich komme aus dem Grübeln und den seltsamen Stimmungen gar nicht mehr heraus. Mehr als einmal habe ich mich bereits nach Montréal zurückgewünscht heute.
Eben hörte ich grade This must be love, als Cameron hereinschneite und Zucker verlangte. Sie bedachte mich mit einem Seitenblick und fragte, ob diese ganzen Lieder heute etwas zu bedeuten hätten (das Ganze mit einem überaus zickigen Unterton in der Stimme...).
"Schon wieder diese Frage? Nein, ich denke nicht an Stacy Warner!"
Sie schaute mich prüfend an.
"Aber an irgendwen denken Sie!"
Ich verdrehte die Augen. "Ich höre bloß Musik!"
"Ja, aber was für welche!"
"Reiner Zufall, die Auswahl..."
"Klar! Ich habe Sie durchschaut, das habe ich Ihnen gestern schon gesagt. Sie können lieben..."
Ich schnitt eine Grimasse. "Ja, danke für Ihr Zutrauen. Noch was oder kann ich mich jetzt dem Fall hier zuwenden?"
"Welchem Fall?", zickte sie. "Ich sehe da nur ein Klatschmagazin!"
"Verschwinden Sie einfach!", herrschte ich sie an und hatte endlich Erfolg.
Doch an der Tür drehte sie sich nochmal kurz um und bedachte mich mit einem Grinsen. "Wenn ich's mir recht überlege, dann gibt es hier sogar jemanden, mit dem Sie regelrecht flirten...Schon über Jahre."
Ich faltete die Hände und stützte das Kinn auf. "Sie kennen mich noch keine Jahre. Und ich flirte nicht."
Sie grinste bloß noch einmal und rauschte ab.

Kopfschüttelnd wandte ich mich der Musikanlage zu. Was jetzt? Ich kramte durch die CDs und blieb doch immer wieder an den bereits gehörten Schallplatten hängen. Das ließ mich innehalten. Ich horchte in mich hinein und fand heraus, dass ich tatsächlich die ganze Zeit an jemanden dachte. Und es war wirklich nicht Stacy.
Es war...
"Blödsinn! Jetzt fängst du an zu spinnen!", sagte ich mir selbst und hieb mit der Faust auf den Tisch.
Ich wählte Tear von den Smashing Pumpkins aus und schaute nochmal in die Blogs, wo sich Cameron und Wilson grade um den Fall stritten. Wir machten aus, dass wir uns in meinem Büro zur Besprechung trafen, was noch ein paar zickige Kommentare von Cameron herausforderte.
Kaffee ohne Zucker scheint sie unausstehlich zu machen.

Wie die Fallbesprechung verlaufen ist, kann man ja bei James lesen. Ich könnte wetten, dass Cameron nun noch stinkiger ist. Als sie herausstolziert war wandte ich mich an James.
"So und nun zu dir!", kündigte ich ihm an und sah ihm fest in die Augen.
James' Augen weiteten sich. "Zu mir? Was hab ich denn getan?"
Ich stieß mit dem Stock auf den Boden. "Du läufst hier durch die Gegend und verbreitest schlechte Laune!"
Das brachte mir einen ungläubigen Blick ein. "Ach und das ist nur dir vorbehalten oder was? Darf ich nicht auch mal schlechte Laune haben?"
Ich stützte mich auf meinen Stock und sagte bloß "Nein!"
"Bitte?!"
"Nein darfst du nicht! Es sei denn, du lässt dir einen Drei-Tage Bart stehen und schaffst dir einen Stock an. Ach die Schmerzen nicht zu vergessen ..." Dabei warf ich mir zwei Vicodin ein. Wilson war so baff, dass er das nichtmal bemrkt hatte.
Er sah, dass ich es nicht ernst meinte und murmelte bloß "Arsch!"
"Ja, hab ich einen. Und wie du mir versichert hast sogar einen hübschen!", grinste ich und wies auf den Besucherstuhl.
James seufzte, musste aber ebenfalls grinsen und setzte sich.

"Ich wollte dich auch noch etwas fragen...", begann ich zögerlich.
James sah mich aufmerksam an. Die Herbstsonne fiel genau auf sein Gesicht und ließ seine braunen Augen leicht bernsteinfarben aufleuchten. Fasziniert sah ich mir das Schauspiel an und verspürte einen leichten Stich in der Herzgegend.
Nach einer Weile räusperte Jim sich. "Ja?"
Ich blinzelte kurz. "Äh...ja....wegen dem Wochenende..."
"Deine Idee mit Point Pleasant?"
Ich nickte. "Ja, komm mal rum."
Er schob seinen Stuhl neben meinen und ich rief die Internetseite des Hauses auf, bei dem ich angerufen hatte. Er beugte sich vor und schaute mir über die Schulter - ich konnte dezent Fahrenheit riechen und etwas anderes, was wahrscheinlich einfach nur Wilson war.
"Was?", fragte er plötzlich und sah mich an.
Verständnislos blickte ich ihm ins Gesicht. "Wie, was?"
"Du hast geseufzt..."
Ich runzelte die Stirn. Hatte ich? Achselzuckend wandte ich mich dem Bildschirm wieder zu. "Keine Ahnung. Was hältst du von dem Haus? Es ist noch frei am Wochenende und würde dich eventuell auf andere Gedanken bringen. Oder es schafft den Abstand, ohne allzugroß involviert zu sein über alles zu reden."
James schaute auf die Bilder und fuhr sich durch die Haare. "Klingt verführerisch. Und sieht gut aus..."
Ich lehnte mich vertraulich an seine Schulter. "Wir könnten das ganze Auto mit Guinness vollpacken..." und grinste ihn an.
Er grinste zaghaft. "Und es stört dich nicht, dass es da nur ein kingsize Bett gibt?"
Ich zwinkerte ihm zu. "Das ist genau der Grund, aus dem ich es ausgewählt habe."
Zu meinem Erstaunen errötete er leicht. Er zupfte an seinem Kinn und dachte nach.
"Am liebsten würde ich sofort Ja sagen. Aber...lass uns heute Abend abwarten, okay?"
Ich sah ihn an. "Okay."
Er schaute zurück und dieses Mal sah ich die Sonne auf seine Haaren. Wir sahen uns eine ganze Weile bloß an, ohne dass einer einen Ton sagte. Plötzlich beugte er sich vor und gab mir einen Kuss auf die Wange. "Du bist ein wirklicher Freund", meinte er mit einem tiefen Blick und beeilte sich plötzlich sehr, aus dem Büro zu kommen.
Ich blieb verdutzt zurück und hatte das Gefühl, eine Wattebausch im Hals zu haben.

2 Comments:

Blogger Dr. James Wilson said...

Wattebausch? So gerührt?

October 11, 2006  
Blogger Dr. Gregory House said...

Ich brauchte eine Weile, den Bausch loszuwerden. Das stimmt.

October 11, 2006  

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