Thursday, October 12, 2006

Das Grauen hat nicht nur einen Namen

Nein, es hat sogar drei!
Julie.
Jen.
Nan.

Der Abend gestern war wirklich vollkommen bezaubernd. So etwas sollte jede liebende Ehefrau ihrem Göttergatten zumindest einmal im Leben bescheren. Es geht James auch so gut nach diesem netten Beisammensein, dass ihn jeder darauf anspricht, wieso er heute so strahlt.

Bevor ich weiter darüber berichte, brauche ich erstmal einen Kaffee. Und ich denke, die Roseninenschnecke, auf deren Bäckereitüte in großen Lettern FOREMAN!!!! steht, werde ich mir dazu genehmigen. Eine seltsame Idee, eine Rosinenschnecke zu benennen, oder? Ich bin gleich zurück....

So, da bin ich wieder. Die Schnecke sieht nicht nur appetitlich aus, sie schmeckt auch sehr gut... Nun noch ein wenig Zucker in meinen Kaffee und weiter geht es.

Also, ich nahm vorsichtshalber 3 Flaschen Reserva mit, wer wußte schon, wieviel die Frauen tranken? Dazu eine Zigarre für mich und drei für Wilson - irgendwie hatte ich das Gefühl, er würde sie evtl. noch brauchen. Sogar herausgeputzt hatte ich mich - nun ja, für meine Verhältnisse:

(Ich glaube, meine Kamera macht nicht mehr lange. Die Farben wirken doch arg...komisch. Ich sollte mir vielleicht in Point Pleasant eine neue zulegen.)
Ich hasse es, eine Krawatte zu tragen, aber ich weiß, dass Julie auf sowas steht und dann meint, man habe sich mehr Gedanken um die Einladung gemacht als wenn man keine trägt. Das bleibt auch sicher nicht aus, wenn man mit einem notorischen Schweifträger verheiratet ist. (Einem notorischen süßen Schweifträger...)

Mit dem Taxi ließ ich mich dann zum Hause Wilson bringen - schließlich glaubte ich nicht, den Abend gänzlich ohne Alkohol zu überstehen. Ich weiß, dass Julie mich insgeheim...sagen wir mal...verabscheut (okay, wer tut das nicht?) und ahnte voraus, dass sie mir einige kleine Gemeinheiten in den Abend flechten würde.
Ich wollte den Fahrer schon anhalten lassen, als ich im letzten Moment Allenby mit James vor der Tür bemerkte. Hektisch gestikulierte ich ihm, um Himmels Willen weiterzufahren.
Der Abend begann ja schonmal blendend! Zwei weitere Runden später war er dann endlich verschwunden und ich konnte aussteigen.
"Interessant!", grinste ich ihm entgegen und fing mir dafür ein "Feigling!" ein. James sah nicht besonders fröhlich aus, muss ich sagen, aber meinen Vorschlag, uns aus dem Staub zu machen schlug er aus. Als wir eintraten hörte ich schon aus dem Wohnzimmer ein Rufen. "Jim?" Innerlich musste ich grinsen. Wen erwartete Julie denn noch alles?
"Ja, wir sind es...", rief er zurück und nahm mir den Mantel ab.
Kaum ins Wohnzimmer eingetreten, wurde ich auch schon von Jen und Nan (klingt das nicht wie zwei Comicfiguren?) unter Blickbeschuss genommen. Nein, das war mit Sicherheit keine ganz normale Einladung zum Abendessen. Irgendwas suchten die Damen, da war ich mir sicher.
Das Essen selbst verlief relativ normal. Wenn man es als normal ansieht, dass Julie mir einen Platz gleich am Tischbein zugewiesen hatte, so dass ich mein Bein nicht ausstrecken konnte...Aber ich hatte ja schon vorausgeahnt, dass etwas in der Art kommen würde. Auf der einen Seite neben mir saß James, auf der anderen Jen.
Immerhin war das Essen hervorragend (aber nie im Leben von Julie...).
Peinlich war mir ein wenig, dass gleich nach der Vorspeise mein Handy klingelte. Entschuldigend blickte ich in die Runde und meldete mich.
"Ja, hallo?"
"Greg? Hier ist Nathan."
"Nathan?", fragte ich ungläubig zurück.
James sah mich fragend an und Julie sah aus, als hätte sie eine Zitrone gelutscht.
"Ja, ich wollte kurz mit dir plaudern."
"Ääääähm", zögerte ich, "das ist grad ein schlechter Zeitpunkt. Julie hat zum Abendessen eingeladen und die Vorspeise ist grade rum..."
"Ah, du bist bei James! Grüß ihn von mir! Ich melde mich dann ein anderes Mal."
Schon war ein Besetztzeichen zu hören und ich legte auf.
"Viele Grüße von Nathan", wandte ich mich zu James.
"Nathan?!", fragte Julie und sah mich mit kalten Augen an. "James' Stiefvater ruft dich an???"
Ich zuckte die Achseln. "Sieht so aus."
"Hat er mich ganz eventuell auch grüßen lassen?"
Ich schüttelte den Kopf und hätte Nathan am liebsten auf die Schulter geklopft.

Grade muss ich zu einem Fall...ich schreibe gleich weiter.

1 Comments:

Blogger Dr. James Wilson said...

Ach stimmt, Nathans Anruf hatte ich schon verdrängt, es war ja auch viel an dem Abend...

October 12, 2006  

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