Monday, October 16, 2006

Waking up in the middle of the night

Da sich James dem Samstag verschrieben hat, wenn ich dem Fortsetzung folgt Glauben schenken darf, berichte ich über die Nacht zum Sonntag.
Nein, nicht was SIE jetzt alle vielleicht denken!

Aber bevor ich loslege...
Übrigens, Foreman, wir mögen vorhersehbar sein, aber nicht so vorhersehbar. Natürlich habe ich Single Malt gekauft. Aber auch einen Fino und die Zutaten für Tandoori Huhn. (Noch was anderes? Ich weiß nicht mehr...)

Und Down Under Hair Wonder Chase, ich habe mir die Story mit der versehentlich bei mir gelandeten MMS nochmals durch den Kopf gehen lassen. Dabei ist mir eingefallen, dass diese ja anonym über einen PC verschickt wurde. Da trifft dann meine Idee mit dem Adressbuch und einer Freundin die mit "H" beginnt, kaum noch zu, oder?
Da muss man die entsprechende Nummer schon wissent- und willentlich eingeben.
Wollten Sie mich ärgern und mich glauben lassen, sie sei von Dr. A.?
Aber ich begrüße es sehr, jetzt mehr von Ihnen zu lesen und bin schon sehr gespannt auf Ihre kommenden Berichte.

An Foreman und Chase: Wie machen sich die Neuen?

Und nun zu meinem eigentlichen Bericht. Halt, doch noch nicht! Wilson hat eben Kaffee aufgesetzt, da nehme ich mir erstmal einen. (Wirke ich heute irgendwie...unentschieden?)

Jetzt aber. (Sehr aufmerksam. Er hat seine wunderbaren, unvergleichlichen Pfannkuchen gebacken - also tippe ich mal schneller...)

Mitten in der Nacht wachte ich auf, da eine Woge Schmerz von meinem Bein aus durch meinen ganzen Körper rauschte. Benommen griff ich nach dem Glas mit den Vicodin auf meinem Nachttisch und nahm gleich zwei heraus, um sie trocken zu schlucken. Vorsichtig schaute ich zur Seite um mich zu vergewissern, dass James es nicht gesehen hatte. (Er macht immer ein riesen Thema aus meinem Vicodin-Konsum.) Aber - Überraschung - er war gar nicht da. Dabei war er definitiv da gewesen, als ich eingeschlafen war, denn die Rückenmassage, die ich von ihm bekam hatte ich nicht geträumt. Ich runzelte die Stirn und setzte mich auf.
Die kleine Anlage auf Jims Nachttisch lief sehr leise und grade endete Daphne descends um sofort wieder vom neuen zu beginnen.
"James?", fragte ich leise in Richtung Wohnzimmer.
Keine Antwort.
"James?", fragte ich nun etwas lauter, erhielt aber immer noch keine Antwort.
Mühsam kletterte ich aus dem Bett, nahm meinen Stock und humpelte ins Wohnzimmer hinein. Das Haus war dunkel, leer und ziemlich kalt, so dass ich - lediglich mit meiner Pyjamahose bekleidet - sogleich zu frieren begann.
Ein Blick in die Diele zeigte mir, dass der Hausschlüssel fort war und ich runzelte erneut die Stirn. Was veranlasste James, nachts um 3 Uhr hinauszugehen? Das konnte doch nur wieder kreiselnde Gedanke sein.
Seufzend zog ich mir Jeans und Rolli über, schlüpfte in meine Sneaker, warf den Mantel über und klemmte eine Decke unter meinen linken Arm. Ich machte mir ein wenig Sorgen und wollte James suchen gehen, bevor er draußen zum Eiszapfen wurde.

Draußen entdeckte ich vor meinem Mund die ersten "Ich sehe tote Menschen"-Wölkchen des Jahres und schauderte kurz vor Kälte. Glücklicherweise war James nicht mit dem Auto weg, also konnte er so weit nicht fort sein.
Ich hinkte ein Stück die Straße hinunter und äugte in jede Seitenstraße hinein - keine Spur von ihm. Sicher war er zum Strand hinunter. Also lenkte ich meine Schritte dorthin.
Am Strand war es ziemlich dunkel und ich brauchte erst eine Weile, um meine Augen daran zu gewöhnen. Der Mond war zu einer Sichel geschrumpft und die Sterne gaben nicht wirklich viel Licht, also wartete ich zwei Minuten, bevor ich weiterging.
Zunächst war weit und breit nichts von James zu sehen, bis ich ihn endlich auf einem Stück Treibholz sitzend entdeckte.
Er starrte auf das Meer hinaus und schien mich gar nicht wahrzunehmen. Vor Kälte hatte er die Schultern hochgezogen und seine Wangen waren verdächtig nass, was mir einen Stich versetzte.
"Hey", sagte ich leise, setzte mich zu ihm und legte die Decke um uns beide. Er zuckte ein wenig zusammen und sah mich an.
"Ich...hab dich gar nicht gehört..."
"Und auch nicht gesehen, ich hab gleich vor dir gestanden", meinte ich und wischte ihm über die Wange.
Er wischte sich rasch das Gesicht trocken und murmelte "Das war die Gischt. Du standest vor mir? Ich dachte, ich hätte mir das eingebildet."
Ich schaute ihn prüfend an und er zog die Decke enger um sich.
"Lass deinen Diagnostikerblick", kam es schneidend von ihm.
Ich seufzte und schaute aufs Meer hinaus. Er hatte anscheinend eine sehr seltsame Laune und schien sich nicht unbedingt über meine Gesellschaft zu freuen.
"Gut", begann ich und rappelte mich auf. "Wenn du hier weiterhin alleine rumsitzen möchtest, behalte aber wenigstens die Decke. Und gib mir bitte den Schlüssel, ohne den komm' ich jetzt nicht mehr rein."
James schaute auf und schluckte. Dann hielt er die Decke auf. "Nein, bitte. Setz dich wieder."
Achselzuckend setzte ich mich wieder zu ihm und er legte die Decke mit um mich herum - den Arm beließ er dann um meine Schulter.
Eine ganze Zeit schwiegen wir nur. Das Meer rauschte, ab und an hörte man eine verschlafene Möwe und ein leichtes Läuten von den Schiffen am Hafen. Ich legte den Kopf zurück und sah mir die Sterne an. James würde schon anfangen, wenn er reden wollte.
"Du wirst noch eine Nackenstarre bekommen, wenn du weiterhin so nach den Sternen schaust", bemerkte er und brach die Stille. Ich wandte ihm den Kopf zu und er lehnte sich kurz an mich, um dann gleich wieder abzurücken und seinen Arm von meiner Schulter zu nehmen.
"Danke für die Decke", meinte er dann leise. "Und...danke für deine Gesellschaft. Wieso bist du aufgewacht?"
Ich schaute zu Boden und malte mit dem Stock Spiralen in den Sand. "Ich weiß nicht. Vielleicht weil die Smashing Pumpkins mir dauernd das gleiche vorgesungen haben..."
Nun war es an James, mir forschend ins Gesicht zu sehen. "Du hattest Schmerzen, oder?"
Ich schaute ihm direkt in die Augen. "Nicht so starke, dass sie mich mitten in der Nacht an den Strand getrieben hätten...."
Eine Weile blickte James zurück, wandte dann aber die Augen ab und seufzte.
"Ich weiß auch nicht...das Lied ist wirklich...Du hast Recht. Ich brauchte einen klaren Kopf, es hat nur so gewimmelt von Gedanken."
Er schaute in den Himmel und sah mich dann wieder an. "Wenn wir die Decke in den Sand legen, können wir uns drauflegen und ohne Nackenstarre in den Himmel schauen..."
Gesagt - getan. Die Decke war glücklicherweise groß genug, dass wir uns trotzdem noch einigermaßen darin einwickeln konnten, sonst wäre ich sicher den Kältetod gestorben.
"Mir ging so viel im Kopf rum...Mein Magen hat auch ganz fürchterlich gezogen und ich musste einfach raus", fuhr er fort.
"Ist es wegen Julie?", fragte ich leise.
Er schüttelte den Kopf. "Nein, ich habe mich damit abgefunden, dass unsere Ehe kaum mehr zu retten ist."
"Du hast ihr gesagt, du liebst sie", erinnerte ich ihn an das Dinner-Fiasko.
Er seufzte. "Wie kann ich das, wenn es doch diesen 'jemand' gibt?"
Ich wandte den Kopf und sah ihn an, entgegnete aber nichts.
Er wandte ebenfalls den Kopf und schaute mir in die Augen. "Ich habe soviel an diese Person gedacht. Und...wie wohl ich mich mit ihr fühle. Und wie schön es ist, wenn ich ihr nahe bin...und wie unerträglich gleichzeitig so manches Mal."
"Unerträglich?", fragte ich mit hochgezogener Braue.
Er nickte. "Sicher unerträglich. Stell dir vor, du darfst jemandem die ganze Zeit nicht zeigen, wie sehr du ihn liebst..."
Ich schaute zurück in den Sternenhimmel und atmete tief durch. In meinem Magen zog es nun ebenfalls und ich musste schlucken.
"Quälst du dich da nicht vielleicht völlig unnötig? Es verbietet dir doch niemand, es zu zeigen."
"Wenn ich es zeige, dann weiß 'jemand' es. Wobei...manchmal frage ich mich auch, ob er es nicht anders interpretieren würde und vollkommen arglos bliebe."
"Was wäre so schlimm daran, wenn 'jemand' es wüßte?"
Ein tiefes Seufzen war die Antwort. "Es würde einfach alles ändern. Und ich könnte es nicht ertragen, wenn dieser Mensch sich von mir entfernte. Und...ihm würde ich damit auch etwas nehmen - und das könnte ich noch sehr viel schwerer ertragen."
"Was würdest du der Person denn nehmen?", fragte ich kopfschüttelnd.
"Eine Konstante in ihrem Leben. Vielleicht sogar die einzige."
Ich runzelte die Stirn. "Das ist doch Unsinn. Und schau dich doch mal an! Meinst du im Ernst, du könntest deinen 'jemand' dermaßen verschrecken, wenn du endlich deine Gefühle eingestehst? So kannst du doch nicht ewig leben."
Stur entgegnete er nur "Doch! Kann ich!"
Er richtete sich auf, stützte sich auf den Ellenbogen und starrte weiterhin auf das Meer hinaus. Ich betrachtete ihn eine Weile, wie der Wind durch sein Haar fuhr und fühlte beinahe körperlichen Schmerz, weil es mir so leid tat, wie er sich quälte.

Fortsetzung in ein paar Minuten - die Pfannkuchen duften zu arg...

7 Comments:

Blogger Dr. Eric Foreman said...

'Down Under Hair Wonder'? *prust*
Das muss ich mir merken!

P.S.: Abgesehen davon, dass die Neuen einen Sicherheitsabstand zu uns einzuhalten scheinen, kaum reden, und wenn sie reden, nur sehr leise und stockend reden, machen sie sich gut.

October 16, 2006  
Blogger Dr. Gregory House said...

Ich frage mich wirklich, wieso die beiden so ehr verschüchtert sind.

October 16, 2006  
Blogger Dr. James Wilson said...

Ich habe dann mal meine Fortsetzung geschrieben - damit das Bild vollständig wird ... mal sehen ob ich noch was schreibe.

Und haben dir die Pfannkuchen gemundet? Ich wollte übrigens auch einen haben ...

October 16, 2006  
Blogger Dr. Gregory House said...

Hab ich alle...?
Tut mir leid.
Ich backe gleich welche nach.

October 16, 2006  
Blogger Dr. James Wilson said...

Gott, bloss nicht ... ich wollte noch heil morgen zur Arbeit kommen und nicht als Patient!

October 16, 2006  
Blogger Dr. Gregory House said...

Ich bin jetzt ein bißchen beleidigt...

October 16, 2006  
Blogger Dr. James Wilson said...

Das nehme ich dir nicht ab!

October 16, 2006  

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