Monday, November 06, 2006

Rohypnol®

Oder Gamma-Hydroxybuttersäure.
Oder γ-Butyrolacton.

Irgendsowas muss es sein, das in Foremans "Träum süß"-Tee steckt, den er Chase immer zur Entspannung verabreicht.
Auf gar keinen Fall war das Lavendeltee.
Lavendel riecht und Lavendel schmeckt. Und Lavendel hat Farbe! Das hätte mich zu allererst stutzig machen sollen. Ich habe das Zeug zwar in einer schwarzen Tasse gereicht bekommen, aber mittlerweile bin ich mir fast sicher, dass es ganz einfach nur durchsichtig war.

Aber beginnen wir doch am Anfang. Wenn ich vorher nicht jemanden umgebracht habe. Oder schreiend am Boden liege und meinen Kopf rhythmisch auf die Fliesen schlage.
Foreman und Chase haben mich aus der Notaufnahme herausgezerrt vor ein paar Stunden, weil sie der Meinung waren, dass ich den hiesigen Ärzten in "meinem Zustand" nicht ins Handwerk pfuschen sollte. Wenn ich unbeobachtet bin, haue ich ab in den Behandlungsraum. Wenn ich unbeobachtet bin.
Chase sitzt neben mir und drückt mir die Schulter, Foreman läuft vor uns auf und ab und hat mir zu allem Überfluß alles abgenommen, mit dem ich Menschen verletzten könnte. Er hat meinen Stock, meinen Gürtel, meinen Kugelschreiber und meinen Zigarrenanzünder. Ab und an schaut er mich an und sagt "Schreiben Sie. Das hilft."

Aber beginnen wir doch am Anfang.
Habe ich das nicht eben schonmal geschrieben?
Ich weiss es nicht mehr...

Also, James war unterwegs, Cameron zum Flughafen bringen gestern. Ich war mit Foreman in der Küche, kochte Kaffee und unterhielt mich mit ihm.
Der Kaffee war grade durch, ich schenkte uns ein, machte ein paar fiese Bemerkungen über pinke Hasenwaschhandschuhe und γ-Butyrolacton und schaute beim Kaffeenippen nach draußen.
Lange währte das Geplänkel nicht, denn bald schon versteifte ich mich, erstarrte und stammelte bloß noch "D....d....d..."
"Was ist?", fragte Foreman argwöhnisch.
"D....d...d....DAAAAA!"
Foreman sah hinaus und sah, was ich sah.
"Oh mein Gott! Ist das Allenby?"
Ich ließ die Tasse fallen, brüllte "HILFEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEE!!!!" und kroch unter den Küchentisch.
"Keine Panik", versuchte Foreman mich zu beruhigen, aber ich bemerkte, dass sämtliche Mord- und Verschwörungsgedanken fortgewischt waren und die nackte Angst bei mir regierte.
"AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH", brüllte ich unter dem Tisch weiter und versuchte, mich so klein wie möglich zu machen.
"Ich geh raus zu ihm", meinte Foreman entschlossen.
"NEIN! Neinneinneinneinneinnein....Dann weiß er, dass er hier richtig ist!"
"Das weiß er nach Ihrem Geschrei ohnehin!", entgegnete Foreman mir trocken und beschwichtigte mich nochmal, ich solle nicht in Panik ausbrechen.
"W...was will der hier?!", brachte ich hervor und Foreman rieb sich die Hände.
"Na was wohl? Ärger!"
Durch mein Geschrei angelockt kam Chase in die Küche und fragte, was denn los sei. Er sah mich unter dem Tisch nicht und war mit Sicherheit fast zu Tode erschrocken, als ich mich von dort aus plötzlich an sein Bein klammerte und weiter jammerte und brüllte.
Er war selber ganz bleich und meinte bloß "House....können Sie sich ein Stück weiter unten in mein Bein krallen?"
Ich krallte noch fester und drückte hektisch daran herum, was ihm etwas wie "Argh" oder "Hngh" entfahren ließ.
"HOUSE! Bitte!"
Ich klammerte mich weiterhin fest und beachtete seine Einwände nicht, auch nicht das "Es wird etwas gefühlsintensiv".

(Ich mache fürs erste Schluss....Foreman geht Kaffee holen und ich versuche die Chance zu nutzen, in den Behandlungsraum zu entwischen...Ob mit oder ohne Stock ist mir jetzt ziemlich egal. Ich bin sicher, ich kann sogar rennen jetzt.)

2 Comments:

Blogger Dr. James Wilson said...

Ich bin so froh, dass Du bei mir warst, als ich aufgewacht bin.

Und schimpf jetzt nicht wieder mit mir ... ich kann grad einfach nicht schlafen.

Und ich werde KEINEN Tee trinken!

November 06, 2006  
Blogger Dr. Gregory House said...

Ich schimpfe nicht...
ich mache mir bloß Sorgen, Honighase....

November 06, 2006  

Post a Comment

Links to this post:

Create a Link

<< Home