Tuesday, October 31, 2006

Magenverstimmung, Hasenkostüme und andere Abscheulichkeiten

Listening to: Feel Good Inc. - The Gorillaz
Weather: Clear
Mood: Annoyed by patients, annoyed by Halloween, deeply in love

Halloween holt oftmals das Seltsamste aus den Menschen heraus.
Und auch ich hole im Klinikdienst an Halloween oft das Seltsamste aus den Menschen heraus....
Heute war das erste, was ich aus Körperöffnungen holen musste, die Zuckerstange, die sich ein kleiner Junge in die Nase gesteckt hatte. Kaum war sie draußen, nahm er mir das rotzbeschmierte Ding ab und kaute es weiter. Ekelerregend, aber konsequent.

Dann war da noch das Mobile, das jemand in seinem Hintern stecken hatte. Nach dem iPod bin ich ja schon einiges gewöhnt und wundere mich über nichts mehr...
Über die Kostüme jedoch könnte ich mich jedes Jahr vom Neuen wundern! Vampire, Hexen, Kürbisse, Corona-Flaschen, Toastscheiben...die Phantasie der Feiernden kennt keine Grenzen, ebensowenig wie die Schambefreitheit.

Stacy z.B. läuft im knappen Kittelchen als 'Sexy Krankenschwester' durchs PPTH und sollte sich um Himmels Willen den ganzen Tag nicht setzen! Und bitte auch nicht mehr bücken! Zumindest nicht vor meinem Büro.
Sie hatte ihren Block fallen lassen und gab den Blick auf Tigertanga und Wildwuchs frei. James meinte hämisch, das sei nichts, was ich nicht kenne, aber er hat Unrecht. Tigertanga und Wildwuchs kenne ich nicht! Und ich wollte das auch nicht kennenlernen. Mir wurde schlagartig übel und ich musste mich in meinen Papierkorb übergeben. (Was er mir noch nicht mal abnehmen wollte!)

Dann war da noch unser altbekannter Anwalt Brandon Still, der im rosa Hasenkostüm auf der Suche nach Allenby war und ihn laut James offensichtlich gefunden hatte, da er sie knutschend im Park entdeckte, als er aus dem Fenster sah.
Das abscheuliche Hasenkostüm war sogar nochmal vertreten hier...der Mann tat, als sei er wirklich ein Hase, und zwar der Blasehase... Ich habe ihn in den 6. Stock geschickt - dort hatten sie sicher viel Spaß mit ihm.

Debbie hat sich unterdessen rührend um James gekümmert und ihm erst ein Truthahnsandwich gebracht und danach einen Schokoladenpudding. Zucker!
Das hat genagt und gebohrt an mir - ich könnte ausrasten, wenn ich das mitbekomme.
Auf dem Rückweg von seinem Büro steckte sie das erste Mal, seit sie hier arbeitet ihren Kopf in mein Büro. Sie habe sich James' Ring noch einmal angesehen.
"Und was soll ich Ihnen sagen, Dr. House? Es ist tatsächlich der gleiche, den Sie tragen! Ist das nicht ein netter Zufall?"
"Jetzt fall ich aber gleich vom Stuhl!", entgegnete ich bloß und sie zog achselzuckend von dannen.

Der Ring. Ich schaue ihn mir schon den ganzen Tag an, drehe ihn am Finger, schaue ihn wieder an und denke an gestern Abend.
Kein Wunder, dass allen auffällt, dass es der gleiche ist:

Das ist aber wirklich Zufall. Schließlich hatte ich keine Ahnung, dass er auch einen gekauft hatte. Und schon gar nicht, welchen im Speziellen.
Foreman kam in einem solchen Moment herein zu mir - ich hatte ihn gar nicht anklopfen hören. Und so sah er mich mit einem verklärten Grinsen im Gesicht, denke ich, aber er ließ sich nichts anmerken.

Debbie habe ich übrigens noch zur Schnecke gemacht und dabei Angst und Schrecken in der Eingangshalle verbreitet. Der Pudding war wohl verdorben und James hat sich eine ganze Weile nur noch übergeben. Ich habe meinen Stock auf die Rezeption sausen lassen, sie angeblafft und zum Heulen gebracht bis Cameron mir schließlich den Stock abnahm. "Bevor Sie noch jemanden verletzen!", meinte sie, was mich noch wütender machte. An ihrem Arm musste ich dann in mein Büro zurückhumpeln, wo sie mir den Stock erst zurückgab. Unglaublich! Ich bin froh, dass ich Ihr Lunch vernichtet habe, hören Sie?

Der Ärger ließ nicht auf sich warten und nahte in Gestalt von Cuddy und Stacy, die ihre Gesichter zu Fäusten geballt hatten. Glücklicherweise (oder auch nicht), war James zu dem Zeitpunkt bei mir und übergab sich über Stacys Kostüm... Soviel zum Effekt, den es hat!
Und was ist? Er wollte nicht nach Hause...

Ich muss mal sehen, wie es ihm geht und eventuell den Tisch für heute Abend absagen. Das wäre zwar schade, aber ich mache es ihm auch gerne kuschlig daheim...Essen gehen können wir auch morgen.
Die Entchen sollen sich auch einen Termin überlegen, damit wir alle mal weggehen und den Neulingen auf den Zahn fühlen. Das stelle ich mir jetzt schon spaßig vor...

Canada ist auch geritzt. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich darauf freue. Leider habe ich den Link zu unserer Unterkunft nicht hier, aber eventuell zeigt James sie ja.
Ich werde mal zu ihm rübergehen - ich fühle mich grade danach mich einfach an ihn dranzuhängen.

Happy Halloween


Auch das PPTH hat sich dem Rummel nicht entzogen. Überall stehen Jack O'Lanterns herum (vor der Tür ein besonders großer und dicker, den wir bereits Vogler getauft haben) und man weiß kaum noch, wer ein Patient mit einer ekligen Krankheit ist und wer einfach nur kostümiert herumläuft.
Bei all den blutübertrömten Gestalten wird es in der Notaufnahme reichlich Verwirrung geben heute.

Selbst Debbie an der Rezeption läuft als eine Mischung aus Hexe und Kürbis herum. Ich warte bloß drauf, dass Cuddy in einem Latex-Hexenkleid über die Gänge stöckelt - aber dieser Anblick bleibt uns wohl erspart. Vielleicht kommt Stacy ja als Mumie heute...

Ein willkommener Anlass eigentlich, in sämtlichen Büros auf unserem Gang mit Trick or Treat zu nerven und die Kühlschränke der Kollegen zu plündern.
Momentan bin ich aber versorgt und futtere den bagel with schmier, den ich mir schnell geholt habe als James schonmal eincheckte hier. Kaffee ist dank 'Ginny' auch genug da - was will ich mehr?

Meine Gedanken hängen noch dem gestrigen Abend nach und ich erfreue mich bereits zu dieser frühen Stunde an der geistigen Minderbemitteltheit meiner Mitmenschen.
Als ich an der Rezeption eincheckte, meinte Kürbis-Debbie:
"Oh, das ist ja lustig. Dr. Wilson trug auch so einen Ring heute früh!"
Er trägt ihn, er trägt ihn, er trägt ihn, er trägt ihn!
"Ja - ist das nicht erstaunlich?"
Nicken. "Da haben Sie wohl den gleichen Geschmack."
Naja, den hatten wir anscheinend tatsächlich.

Monday, October 30, 2006

Was für ein Tag...

James und ich haben uns noch ein wenig angezickt, nachdem er Duschen war.
Er war wirklich sehr gereizt und das steckte mich an, weil ich ständig das gefühl hatte, irgendwas falsch zu machen.
Trotzig meinte ich irgendwann, ich würde nun einkaufen, die Luft würde mir gut tun.
Und was macht James?
"Ja, ich fahre auch einkaufen. Fahren wir beide. Getrennt!"
Perplex nickte ich bloß, schnappte mir Jacke und Autoschlüssel und fuhr los.

Immer noch mit der irrationalen Hoffnung im Hinterkopf, James könne ganz spezielle Gründe haben, morgen abend essen gehen zu wollen, kaufte ich dann auch eine Flasche Champagner ein.
Bei einem Juwelier blieb ich am Fenster stehen und besahmir gedankenverloren die Ringe. Erschreckt wurde ich gewahr, dass im Laden jemand stand, der aussah wie James und verkrümelte mich erstmal, um später wieder herzukommen.

Nun...wir haben uns "vertragen", als wir beide heimkamen. Ich wurde ziemlich...romantisch muss ich sagen und plötzlich stand eine kleine Box vor mir...
Der Abend wurde noch viel romantischer und James bekam ebenfalls eine kleine Box...

Blau

Wir machen blau...
Nein, natürlich nicht.
Wir sind selbstverständlich krank heute - alle beide!

Nachdem ich laut Jim heute Nacht erst Seidenraupe und dann Kuschel gegeben habe, erwachte er wie gerädert. Außerdem hatten wir auch noch verschlafen.
Ich brauchte dann auch nicht lange, um ihn zu überreden - ganz erstaunlich. Er rief Cuddy an und log ihr vor berichtete ihr, dass wir uns gestern an chinesischem Essen den Magen verdorben haben.
Ich kann Ihnen sagen...das ist wirklich unangenehm!

Ich habe Bagels zum Frühstück geholt (ja, die haben wir vertragen...es geht schon wieder...) und einen sehr nachdenklichen und irgendwie gereizten James beobachtet. Ich traute mich kaum an ihn heran, weil ich das Gefühl hatte, ihm auf die Nerven zu gehen.
Die Zeitung durfte ich immer noch nicht wegwerfen und irgendwann ging er duschen und knallte sie mir hin, ich solle doch selber lesen. Er ging derweil duschen und ich rief ihm hinterher, dass ich keine alten Zeitungen lesen.
"Dann lass es bleiben!", blaffte er aus dem Bad. "Dann gehen wir auch nicht essen!"
(Er wollte morgen Abend essen gehen...zu einem gemütlichen, kleinen Mexikaner, wie er sagte.)
"Was zur Hölle hat das denn mit der dämlichen Zeitung zu tun?", rief ich zurück, erhielt aber außer dem Rauschen der Dusche keine Antwort.
"Okay, ich lese die verdammte Zeitung!" fügte ich hinzu und blätterte sie durch.
Mein Herz blieb fast stehen, als ich diesen Artikel las.
Konnte er die Zeitung deshalb aufbewahrt haben?

Unsinn...wieso sollte er sich nochmal binden wollen? Und dann auch noch an jemanden wie mich...Eben erst sagte er mir, es sei nichts Neues, wenn ich ihm auf die Nerven gehe. Ich würde jeden nerven. Und er war so missgelaunt...ich hatte richtig Angst, dass er mich schon über hat und es bereute, hergekommen zu sein.
Besser ging es mir aber, als er maulte, ich habe ihn den ganzen Tag noch nicht geküsst...das zeigte mir dann, dass er mich offensichtlich nicht über hat.

Er hat sich alles mögliche ausgenalt über Stacy und mich und hatte deshalb wohl schlechte Laune. Er muss sich wirklich keine Gedanken machen. Ich liebe ihn - so sehr! Manchmal habe ich Angst aufzuwachen und alles ist wie zuvor.
Er ist so nachdenklich...Und ich habe Herzpuckern, wenn ich an das Essen morgen denke.
Ich sollte nicht zuviel erwarten - wahrscheinlich gehen wir einfach bloß essen...

Nichts ist so alt...

...wie die Zeitung von gestern.
Hier liegt eine von Mittwoch auf dem Tisch!

Naja...aber wir wollen ja chronologisch bleiben. Die Zeitung hab ich schließlich erst gestern Nachmittag gefunden und stehengeblieben sind wir hier...Samstagnacht.

James Racheaktion war anfangs ziemlich erschreckend und ich muss zugeben, dass mir immer noch das Bein höllisch weh tut. Unter James' kritischen Augen hat sich mein Vicodin-Konsum erhöht seit gestern - aber was soll ich denn machen? Es ist ja auch nicht als Dauereinrichtung gedacht. Trotzdem gab es vorwurfsvolle Blicke, ein Nachzählen der Tabletten und das Wort "Junkie".
"Das ist nicht fair!", maulte ich.
"Greg, ich mach mir bloß Sorgen um dich..."
"Dann bind mich nicht zu lang in der Dusche fest!", grinste ich ihn an, was ihm ein noch breiteres Grinsen entlockte. Seitdem habe ich meine Ruhe, wenn ich eine Tablette einwerfe.

Aber ich habe himmlisch geschlafen in dieser Nacht. Zwar leicht betrunken und das Bett hat sich gedreht, aber es hat sich aus noch anderen Gründen mehr gedreht als wegen des Alkohols.

James meint, ich habe drei verschiedene Arten zu schlafen:
  • Krake: Hierbei nehme ich einen Anteil des Bettes ein, den ich aufgrund meiner Körpergröße eigentlich gar nicht einnehmen könnte. Das stört ihn aber nicht, da mein Bett immer noch groß genug ist.

  • Kuschel: Wie der Name schon sagt. Hierbei drücke ich mich im Schlaf so eng es nur geht an ihn. Das mag er am liebsten.

  • Seidenraupe: James hasst es. Ich schnappe mir im Schlaf die gesamte Decke und rolle mich so fest darin ein wie in einen Cocon. Zerren an der Decke resultiert in noch festerem Einwickeln.


  • Die Nacht zum Sonntag war es "Krake". Ich hatte Arme und Beine weit von mir gestreckt, lag auf dem Bauch und hatte das Gesicht zu James gewandt. Das weiß ich, weil ich irgendwann in den frühen Morgenstunden wach geworden bin.
    Ich öffnete verschlafen die Augen und blinzelte direkt in die von James.
    Hatte er mich etwa beim Schlafen beobachtet?
    "Hallo, Schatz!",lächelte er mich an.
    "Grmpf", gab ich verschlafen von mir und blinzelte nochmals, um eine klarere Sicht zu bekommen.
    James lag auf der Seite, hatte seinen Ellenbogen aufgestützt, den Kopf auf die Hand gelehnt und schaute mich weiterhin an. Ich setzte mich auf und rieb mir die Augen.
    "Machst du das schon lange?"
    "Was?", fragte er.
    "Mir beim Schlafen zugucken..."
    "Seit du eingeschlafen bist."
    Ich schaute auf die Uhr. Es war vier Uhr früh. "Das muss ja ein Erlebnis sein, wenn du das so viele Stunden aushältst, ohne selber einzuschlafen...", wunderte ich mich.
    James seufzte. "Ich habe was überlegt."
    Interessiert blickte ich ihm ins Gesicht. "Hoffentlich nicht, ob du mich schon über hast..."
    Er lächelte und schüttelte den Kopf. "Ich denke nicht, dass du mich nochmal los wirst."
    Eine wohlige Wärme breitete sich in meinem Bauch aus und ich fühlte mich wieder einmal sehr anhänglich. Also wollte ich "Krake" mit "Kuschel" austauschen, aber James war aufgestanden und tapste aus dem Zimmer. Da er sich nicht mehr angezogen hatte, bot er einen sehr reizvollen Anblick.
    "Wo gehst du hin?", rief ich noch leicht verpennt hinter ihm her.
    "Ich mach uns einen Kaffee."
    Gut, dann tranken wir eben um vier Uhr früh zusammen Kaffee im Bett.

    Nach einer Weile kam er mit zwei dampfenden Bechern wieder und reichte mir einen davon.
    "Hast du wirklich noch überhaupt nicht geschlafen?", fragte ich James nach meinem ersten Schluck.
    Er schüttelte bloß abwesend den Kopf.
    Ich räusperte mich. "Ist auch alles in Ordnung?"
    James wandte den Kopf zu mir und strahlte mich regelrecht an. "Aber ja."
    Ich drehte die Tasse in meinen Händen und sah ihm forschend ins Gesicht. "Was hast du dann gegrübelt?"
    James zuckte bloß mit einem unergründlichen Lächeln die Achseln und blätterte in der Zeitung, die er aus dem Wohnzimmer mitgebracht hatte. Plötzlich sah er wieder auf und fasste mich leicht beim Arm. "Ich habe darüber nachgedacht, was du von Silvester 1999/2000 erzählt hast."
    "Die ganze Nacht?"
    "Nein...ich hab auch darüber nachgedacht, was meine Mutter gesagt hat und wie blind wir waren...Und wieviel eher wir hätten aufhören können, uns zu quälen. Und wie sinnlos meine Ehen waren."
    Ich nickte und lächelte ihn an. "Okay...das ist natürlich Stoff für eine halbe Nacht..."
    Wir stellten unsere leeren Kaffeebecher ab und James legte sich auf den Rücken und starrte die Decke an. Ich übte mich in "Kuschel" und war rasch wieder eingeschlafen.

    Sonntagfrüh hüpfte James munter unter die Dusche, während ich zerknautscht meine Zähne in Zeitlupe putzte. "Du bist es doch, der kaum geschlafen hat...wieso bin ich dann so verdammt müde?", nuschelte ich unter der Zahnpasta hervor.
    James steckte den Kopf hinter dem Duschvorhang her und grinste mich mit einem Augenzwinkern an. "Du hast mehr getrunken. Wie immer!"
    "Wie fast immer", grunzte ich zurück und stubste ihn beiseite, damit ich mitduschen konnte. (Wirklich bloß duschen!)
    Ich trocknete mich grade ab, alsJames schon gefönt, angezogen und mit dem Schlüssel in der Hand in der Badezimmertür stand.
    "Wenn du weiterhin so langsam bist, bist du nichtmal angezogen, wenn ich mit den Bagels zurück bin..."
    Ich schenkte ihm ein ironisches Grinsen und er winkte mir kurz zu.

    Ich war grade beim Aufräumen, als ich Stimmen vor der Tür hörte. Neugierig wie ich bin, schaute ich selbstverständlich durch den Spion. Die alte Dame von nebenan sprach James gerade an.
    "Hallo, junger Mann!"
    Er wollte grade aufschließen und hielt inne. "Guten Morgen?"
    "Ihr...Mann kann schlecht laufen, richtig?"
    Räuspern. "Ähm...ja..."
    "Ja, manchmal sieht er aus als habe er Schmerzen. Ich hab das hier noch...Habe ich bekommen, als ich mir den Fuß gebrochen hatte. Vielleicht kann ers ja brauchen."
    Damit reichte sie ihm ein beinahe volles Glas Vicodin und ich konnte ein Strahlen nicht verhindern. Schnell entfernte ich mich von der Tür und deckte den Frühstückstisch fertig.
    James schloß die Tür auf und trat kopfschüttelnd ein.
    Er reichte mir das Glas. "Hier...von der Nachbarin..."
    Ich grinste breit. "Ich sag doch, sie wurde geblitzdingst!"
    Damit nahm ich mir einen Stapel Altpapier und war im begriff, nach draußen zur Mülltonne zu humpeln.
    "Warte mal bitte!"
    James inspizierte den Stapel und zog die New York Times von Mittwoch wieder heraus.
    "Die bitte nicht."
    Ich schaute ihn verwundert an. Immer, wenn ich diese Zeitung wegwerfen wollte, verschwand sie auf mysteriöse Weise oder wurde von ihm gegriffen.
    "Du kennst aber schon den Spruch der Verlagskaufleute?"
    Jim schaute mich erwartungsvoll an. "Nein?"
    "Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern...."
    Er zuckte die Achseln und klemmte die Zeitung unter den Arm. "Ich hab sie noch nicht durch."
    Gut, brachte ich bloß das andere Zeug raus.

    Als ich wieder reinkam, schenkte James uns grade Kaffee ein. Zufrieden setzte ich mich an den Tisch und schnappte mir einen Bagel.
    Beim Frühstück wurde ich nachdenklich und war wieder in dieser verdammt anhänglichen Stimmung. Ich schaute James an, wie seine Haare ihm leicht ins Gesicht fielen, wie seine Augen aufleuchteten, wenn er mich ansah und wie...schön er ist.
    Es fühlte sich an wie eine feste Faust ums Herz, mein Magen zog und ich wunderte mich über mich selbst, wie lange ich es ausgehalten hatte, das alles beiseite zu schieben.
    James hielt im Buttern seines Bagels inne. "Hast du was?"
    Ich schluckte kurz und schüttelte den Kopf. Dann nickte ich. "Ich liebe dich."
    Er lächelte und die Faust zog sich fester zusammen. Der Wunsch, er möge immer bei mir bleiben war deutlich größer als der nach einem gesunden Bein.
    "Möchtest du wirklich bloß ein paar Wochen bleiben?", fragte ich ihn.

    Sunday, October 29, 2006

    Mein Silvester zum Millenium

    James hat mir davon erzählt, in seinem Blog davon berichtet und meine Erinnerungen aufgewühlt.
    Und gestern haben wir uns noch lange darüber unterhalten.
    Also...wenn er so ehrlich ist, ist es bloß fair, wenn ich auch darüber schreibe.


    Stacy war schon seit anderthalb Stunden im Bad, stylte ihre Haare und malte an ihrem Gesicht herum. Ungeduldig schaute ich zum wiederholten Mal auf die Uhr.
    "Was ist denn nun?"
    "Gleich, Honey..."
    "Das hast du vor einer halben Stunde schon gesagt! Es ist neun..."
    Ich joggte auf der Stelle, um sie zur Beeilung zu animieren und sie warf eine Puderquaste nach mir.
    "Hey! Soll das eine Anspielung auf meinen Teint sein?", fragte ich indigniert.
    Sie seufzte und sprühte sich irgendwas von Yves Saint Laurant auf. "Ich bin soweit."
    Ich sah sie von der Seite her an. "Wozu verbringst du anderthalb Stunden im Bad, wenn du danach genauso aussiehst wie vorher?"
    Sie boxte mir in die Seite. "Charmant wie immer!"

    Wir eilten hinaus, wo das Taxi schon wartete. Die Feier war schon im vollen Gange, wenn man von den hell erleuchteten Fenstern und der Musik ausging, die herausscholl.
    Als ich ausstieg und am Fenster zahlte sah ich, dass James mit seiner noch recht frischgebackenen Ehefrau Nummer 1 auch gerade angekommen war.
    Susan war ganz nett, denke ich, aber sie hielt sich ungern in meiner Nähe auf. Ich war ihr irgendwie unheimlich oder unangenehm, glaube ich.
    "Hey, James!", rief ich ihm zu und winkte.
    "Hi, Ihr beiden! Auch zu spät?", grinste er uns entgegen. Stacy verdrehte bereits die Augen, sie wusst, dass ich ihr die Schuld geben würde. (Sie war schließlich Schuld..)
    Ich grinste zurück und zog eine Braue hoch. "Du weißt ja, wie das ist...", deutete ich hinter ihrem Rücken auf sie. Das musste sie gerochen haben (oder sie hatte Augen am Hinterkopf), denn sie rammte mir ihren Ellenbogen in die Rippen.
    "Ouch!", krümmte ich mich zusammen. James lachte leise. "Dann wollen wir mal."

    Im Hotel angelangt schauten wir uns erstmal um und ich merkte, dass Susan sich nicht eben wohl neben mir fühlte. Was hatte sie nur immer?
    Nun gut, selbst James hatte mich für ein selbstgefälliges Arschloch gehalten, als wir uns vier Jahre vor diesem Silvester auf einem Medizinerkongreß begegnet waren. Das änderte sich aber schon am gleichen Abend, als wir uns an der Bar ein paar Drinks genehmigten und uns dabei die größten Stories über die Teilnehmer einfallen ließen. An diesem Abend begann unsere Freundschaft und vertiefte sich über die Jahre. So kam uns der Zufall gelegen, dass wir schließlich beide am PPTH landeten.

    "Alles klar, Schatz?", fragte James seine Frau, da er ihre Unbehaglichkeit anscheinend auch gespürt hatte. Sie nickte ihm zu und ich entdeckte die Pokertische.
    "Hey, James wollen wir ein Spielchen wagen?"
    Er versicherte sich mit einem kurzen Blick bei Susan. "Wieso nicht?!" meinte er dann lachend und wir machten es uns an einem der Tische bequem. (Damit meine ich das Bestellen von Scotch...)
    Die Einsätze waren lächerlich gering, außerdem floss alles, was wir verloren, einem guten Zweck zu. Also blieben wir dort sitzen, bis kurz vor Mitternacht Susan an den Tisch kam um James zu kidnappen. Wir hatten gar nicht gemerkt, wie die Zeit verging und ich war schon etwas angeschickert.
    "Lass aufhören, es ist bald Mitternacht und wir wollen doch nicht das Millenium spielend beginnen, oder?", fragte James.
    "Na gut, ich bin eh am verlieren", entgegnete ich mit leicht schwerer Zunge und wir beendeten unsere Partie.
    Als wir aufstanden wurde deutlich, dass James ebenfalls etwas viel Alkohol hatte, denn er stolperte und wäre längst aufs Gesicht gefallen, wenn er nicht gegen mich gekippt wäre und ich ihn nicht aufgefangen hätte.
    Ich zog ihn etwas an mich, um ihn zu stabilisieren und roch den dezenten Duft von Fahrenheit. Er war warm in meinen Armen und fühlte sich...richtig an dort. Es war, als hätte ich mir das schon lange gewünscht. Mein Herzschlag beschleunigte sich, mein Magen zog auf eine extrem merkwürdige Art und Weise und ich schluckte leicht, als ich seinen Blick bemerkte.
    "Spinnst du?", fragte ich mich im Stillen und schaute leicht besorgt zu, wie James in den Knien einknickte und sich am Tisch festhielt.
    "Alles okay mit dir?", fragte ich ihn und er nickte benommen. "Ja, ich hab wohl nur zu viel getrunken" winkte er ab.
    Ich klopfte ihm auf die Schulter. "Du verträgst nichts Jim!" Dieser lächelte mich leicht gequält an und schlug dann vor, langsam mal die Frauen zu suchen.

    Wir fanden sie draußen auf dem Balkon mitten im Gespräch mit Cuddy. Im Vorbeigehen grabschte ich zwei Gläser Sekt vom Tablett des Kellners - eigentlich beide für mich um dieses seltsame Gefühl abzuschütteln, aber Stacy nahm mir eines ab.
    Ich versuchte noch, Cuddy ins Gespräch über meinen aktuellen Fall zu verwickeln, aber weder sie noch James wollten am Silvesterabend knapp vor dem Jahreswechsel darüber reden. "Du bist unmöglich", lächelte Stacy mich an und gab mir einen Kuss zum neuen Jahr.

    Als ich mich zu James umdrehte, fand ich ihn vertieft in einen Kuss mit Susan, was mir einen seltsamen Stich versetzte. Also stubste ich ihn unsanft in den Rücken. "Hey, das ist unhöflich!"
    James drehte sich lachend um, umarmte Stacy und prostete Cuddy zu. Wir grinsten uns an und nahmen uns kurz in den Arm, um uns ein gutes neues Jahr zu wünschen. Dieser kurze Moment verwirrte mich wieder ungemein und James fluchte plötzlich unterdrückt. Hatte er am Ende etwas bemerkt? Ich kannte mich selbst nicht.
    "Alles klar?" fragte ich und schaute in seine braunen Augen. Er winkte ab, er habe bloß zuviel getrunken und ich nahm ihm lachend sein Glas ab.

    Daheim wollte Stacy das neue Jahr gerne im Bett begrüßen, aber ich wandte mich leicht mürrisch ab.
    "Ist irgendwas?", fragte sie verwirrt.
    Ich zuckte die Achseln und rief mir ein Taxi ins PPTH - ich musste mich ablenken. Und was war besser geeignet dazu als der Fall, den ich hatte?

    Wie man auch bei James lesen kann, rief ich ihn noch ins Krankenhaus, um mich zu unterstützen. Eigentlich wollte ich ihn bloß sehen und meine Reaktion darauf testen. Was sich bei mir tat, erschreckte mich und ich drückte ihm einige Tests in die Hand.

    Als der Morgen dämmerte, öffnete ich leise die Tür zu seinem Büro. Dort saß er, den Kopf in die Hände gestützt und wahrscheinlich sehr müde.
    "Hey", rief ich ihm leise zu. Er sah auf, bedachte mich mit einem seltsamen Blick und stand auf, um sich auf das Sofa in seinem Büro fallen zu lassen.
    Einen Arm hatte er über die Lehne gelegt und ich ließ mich neben ihn fallen und gab mich der Illusion hin, er habe den Arm um mich gelegt.

    Statt bei Stacy zu sein, ging ich gleich nachdem wir unsere Arbeit beendet hatten joggen und versuchte, die Gedanken, die in meinem Kopf kreisten zu verdrängen.
    Von da an hängte ich mich sehr in die Beziehung zu Stacy und klammerte mich an die Normalität und Vertrautheit, die sie vermittelte. Umso schlimmer traf mich, was sie schließlich tat. Ich zog mich fast vollkommen in mich zurück und schob dieses Gefühl so erfolgreich beiseite, dass ich beinahe vergessen hatte, dass es da war.

    "Ben Affleck" kann kochen

    Ich ließ Jim am Bett festgebunden und beeilte mich, nochmal unter die Dusche zu kommen. (Festgebunden? Ja, warum, steht in seinem Blog...)
    "HEY!", rief es hinter mir her.
    "Was denn?", fragte ich mit einem breiten Grinsen aus dem Badezimmer heraus.
    "Mach mich wenigstens schonmal los!"
    Als Antwort stellte ich die Dusche an.
    "GREG! Das ist...entwürdigend!"
    Ich stellt die Dusche wieder aus und lugte um die Ecke. "Entwürdigend? Eher...ziemlich sexy...Und überaus verführerisch...Wollen wir nicht doch noch absagen?"
    James schüttelte den Kopf und zerrte an der Krawatte.
    Also tappte ich zurück ins Bad und duschte erstmal in aller Ruhe.

    Als ich in meinem Bademantel zurück ins Schlafzimmer kam, verdrehte James angenervt die Augen. "Belieben der Herr, auch mal wiederzukommen?"
    Ich machte ihn los und drückte ihm einen Kuss auf die Stirn. "Sei nicht böse...war nur Spaß."
    James richtete sich auf. "Ja, ich fands auch total komisch...Warte nur, bis wir wieder hier sind!"
    Ich sah ihm nach, als er ins Bad stapfte. "Ist das ein Versprechen oder eine Drohung?", rief ich hinter ihm her, bekam aber nur ein Knurren zur Antwort.
    Also wandte ich mich gutgelaunt dem Kleiderschrank zu und zog meine neuen Sachen heraus, die ich mir gestern Mittag gekauft hatte, als ich heimlich zwischendurch das PPTH verließ.
    Ein dunkler Anzug mit Weste und ein rosa Hemd. (Hey! Rosa Hemden sind in, okay?!) In Gedanken an James hatte ich das Zeug auch schon mit Weichspüler gewaschen, zusätzlich sprühte ich mir etwas von meinem Halston Z-14 an. Ich hatte keine Ahnung, ob James das mochte, aber es war das einzige, was ich hatte.
    Dann ging ich ins Wohnzimmer, um dort bei einer Runde Spongebob auf James zu warten.

    Er fönte sich wieder mal eine halbe Ewigkeit und ich sah auf die Uhr. Mittlerweile würden wir ungefähr eine Viertelstunde zu spät kommen. Was solls, dachte ich und goß mir einen Fino ein. Schließlich verstummte der Fön, ich hörte ein Sprühen (nahm er etwa Haarspray?) und dann rumpelte es am Schrank - wahrscheinlich legte er sich seine Klamotten raus. Ich musste grinsen und seufzte. Er war zu schnuckelig um wahr zu sein.

    "Okay, von mir aus können wir!"
    Ich schaute über die Schulter zurück und klappte den Mund zu. James trug wieder eine schwarze Hose, ein anthrazitfarbenes, leicht changierendes Hemd, wie üblich eine Krawatte (auch schwarz) und hatte sein Jacket über die Schulter geworfen.
    "Umpf", entfuhr es mir bloß und ich stand auf.
    James pfiff leise durch die Zähne. "Meine Güte...Greg...Du siehst...toll aus!"
    Ich räusperte mich, "Dito...", und zog mein Sakko über.
    Auf dem Weg zur Tür zog James mich am Ärmel zurück und deutete auf meine Schuhe.
    "Du wirst diesen grandiosen Anblick nicht mit Sneakern zerstören! Auch, wenn sie schwarz sind!"
    Ich rollte die Augen und seufzte. "James...ich kann in Sneakern aber am besten laufen."
    "Du kannst in gar keinen Schuhen gut laufen!", schoss James trocken zurück und schwenkte meine schwarzen Schnürschuhe. "Die hier, oder ich schlafe auf der Couch..."
    "Das ist Nötigung..."
    "Nein...das ist eine Option!"
    Ich schloss kurz die Augen, seufzte tief und humpelte mit den Schnürschuhen zum Sofa zurück um sie dort anzuziehen.
    "Ich bekomme dich schon noch erzogen", grinste James und ich streckte ihm trotzig die Zunge heraus.

    Ich war grade fertig, als das Taxi auch schon vor der Tür hupte. (Natürlich ein Taxi! Was für eine blöde Frage! Wer sollte sich denn opfern und nichts trinken?)
    Als James die Tür abschloss und ich grade schon die Tür des Taxis öffnete, kam mal wieder unsere Nachbarin (unsere? Oh mein Gott...wie das klingt...) mit ihrem fetten Mops vorbeispaziert.
    "Sie beide sehen aber gut aus heute Abend!"
    Verdutzt starrte ich sie an.
    "Hrm...danke.."
    James lächelte ihr freundlich zu und wünschte ihr einen schönen Abend.
    "Was ist denn mit der los? Hat das FBI ihr eine Gehirnwäsche verpaßt oder wurde sie geblitzdingst?", fragte ich ihn fassungslos.
    Er hob die Schultern und grinste. "Ich weiß auch nicht...sie war gestern schon so nett..."
    Wahrscheinlich noch ein Alien-Entführungsopfer...genau wie mein Vater. Chase, ich glaube, die Körperfresser sind mitten unter uns!
    Auf der Fahrt legte James seinen Arm um mich und es wurde wohlig warm in mir. Ich lehnte mich an ihn und freute mir insgeheim ein Loch in den Bauch, dass er sich an den neugierigen Blicken des Fahrers gar nicht störte.

    Ganze zwanzig Minuten zu spät klingelten wir schließlich bei Louis. Er öffnete und starrte mich mit offenem Mund an.
    "Nabend...", meinte ich bloß und James grinste ihm zu.
    "Ähm...hallo, Ihr beiden. Schön, dass Ihr da seid."
    Er schüttelte James die Hand und umarmte mich eine Spur zu lang, was dem Ben-Affleck-Verschnitt, der mit verschränkten Armen im Wohnzimmer stand, nicht entging.
    Ich hatte das so satt...
    Trotzdem kam er freundlich lächelnd auf uns zu.
    "Guten Abend, ich bin Brandon!"
    Wir schüttelten uns die Hände. "Gregory..." "James."
    Er schaute sich zur Küche um. "Nun, ich bin noch nicht ganz fertig...es ist immer etwas schwierig, sich in einer fremden Küche zurechtzufinden. Setzen Sie sich doch schonmal..."
    Er schien sich jedenfalls schon ziemlich zu Hause zu fühlen bei Louis, wenn er schon den Gastgeber spielte. Aber hey, immerhin war er es auch, der gekocht hatte.
    "Wollt Ihr schonmal was trinken?", fragte Louis und schwenkte eine Flasche Portwein.
    Ich nickte begeistert und Jim stubste mich in die Seite. "Suffkopp", flüsterte er mir zu, lächelte mich aber zärtlich an.
    Louis sah den Blick und schlug kurz die Augen nieder, bevor er uns geschäftig eingoß.

    Nachdem ich den ersten Schluck genommen habe, raunte ich James zu "Ich hoffe, es gibt kein Curryhühnchen..."
    Er verschluckte sich leicht an seinem Port und schüttelte den Kopf. "Sicher nicht..."
    "Es kann losgehen", rief Brandon auch schon aus der Küche und begann, die Vorspeise aufzutischen, die ziemlich nach Frühlingsrollen aussah. Ich war zufrieden und humpelte zum Esstisch herüber.
    "Gibt es eine Sitzordnung?", fragte ich. Brandon sagte "Nein" und wisperte mir dann zu "Solange ich neben Louis sitzen kann..."
    "Hey, kein Ding!", flüsterte ich zurück, setzte mich und klopfte auf den Stuhl neben mir.
    "Kommst du, Honighase?"
    Louis hustete und James setzte sich neben mich. "Aber sicher, Schatz..."
    Brandon reichte uns allen einen Pflaumenwein und prostete uns dann zu. "Also dann...auf einen netten Abend. Louis hält große Stücke auf Sie beide und wollte unbedingt, dass ich Sie kennenlerne..."
    "Wie wäre es dann mit einem du?" schlug James vor. Er ist einfach zu freundlich...

    Die Vorspeise war wirklich gut und verlief mit allgemeinem Geplänkel über unsere Arbeit. Brandon war Anwalt und bat, sich Anwaltswitze zu ersparen. Leider kannte er einige unsagbare Chuck-Norris-Witze Marke Chase...
    Es war schwer zu übersehen, wie sehr er sich um Louis bemühte - augenscheinlich hatte es ihn schwer erwischt. Und auch, wenn Louis mir immer noch ab und an sehnsüchtige Blicke zuwarf, schien er auch nicht gänzlich abgeneigt.
    Am meisten gefiel mir, dass James jedes Mal, wenn er einen solchen Blick bemerkte, mir entweder kurz durch die Haare strich, den Arm um mich legte oder deutlich sichtbar mein Knie drückte.

    Nach der Vorspeise hatte Brandon noch in der Küche zu tun und ich zog eine Zigarre aus der Innentasche meines Sakkos und ging hinaus auf den Balkon. James folgte mir.
    "Ein bißchen siehst du aus, als wolltest du zur Snooker-Meisterschaft...", grinste er mich an.
    Ich schwenkte meinen Stock. "Meinen Queue habe ich schon dabei!"
    "Ich auch..."entgegnete James, trat auf mich zu und küsste mich langanhaltend und intensiv, so dass ich mir wieder sehnlichst wünschte, mit ihm zu Hause zu sein.
    Louis gesellte sich zu uns und räusperte sich leise.
    James legte den Arm um mich und drückte mich an sich.
    "Ihr...passt wirklich gut zusammen", meinte Louis zögerlich. "Ich...freu mich für Euch," fügte er mit einem leicht traurigen Seitenblick auf mich hinzu.
    "Danke, das ist sehr nett von dir", antwortete James. "Nun, du hast hier ja offensichtlich einen sehr interessierten Verehrer..."
    Louis lächelte schüchtern. "Mhm...das stimmt..."
    Ich grinste. "Vielleicht sollten wir dann nicht allzu lange bleiben, was? Oder übernachtet er nicht hier?"
    Louis wurde rot. "Ähm...das hatte er nicht vor."
    Ich zuckte die Achseln. "Heisst nichts...ich hatte vor ein paar Tagen auch nicht vor, James in seinem Büro zu sagen, dass ich ihn liebe..."
    "Aaaach, Schatz", seufzte James und drückte mich feste an sich.
    In dem Moment wurden wir auch schon reingerufen.

    Das Hauptgericht war thailändisch und recht scharf - einfach lecker! Zuvor bekamen wir einen Reisschnaps gereicht und futterten zufrieden und bei netten, aber belanglosen Unterhaltungen, was ich nach dem Essen zu ändern gedachte.
    Die obligatorische gebackene Banane mit Honig bildete den Abschluß und wir zogen mit Weingläsern in der Hand zum Wohnzimmertisch um, während Louis Spülmaschine den Abwasch erledigte.
    "Ich wüsste noch was, das ich gerne mal mit Honig probierte", wisperte ich James zu und bekam mal wieder einen Schag auf den Hinterkopf.

    "Nuuuun?", beugte ich mich vor. "Wie steht es denn nun mit Euch beiden?"
    "Ähm...Was meinst du?", fragte Brandon.
    James verdrehte die Augen und ahnte Böses.
    "Naja", machte ich eine Handbewegung, die Louis und Brandon einschloss. "Hier brennt doch die Luft..."
    Beide wurden rot.
    "Du bist ziemlich direkt!", meinte Brandon, als er sich gefangen hatte.
    Grinsend lehnte ich mich zurück in James' Arm, der mich schon erwartete. "Dafür bin ich wohl bekannt..."
    Ich nahm einen weiteren Schluck Wein. "Also?"
    Louis schaute unbehaglich zur Seite, aber anscheinend hatte ich Brandon angespornt.
    "Tja...also...ich denke, Louis hat bereits gemerkt, dass ich...Interesse habe..."
    "Hab ich das?", fragte der zurück.
    Brandon legte kurz den Arm um ihn. "Das dachte ich zumindest."
    Und wieder einen Stein ins Rollen gebracht...
    Wir schauten diskret zur Seite, als er sich vorbeugte, um Louis zu küssen, der ziemlich perplex war, aber augenscheinlich sehr zufrieden.
    "Wenn die Welt mich nicht hätte", flüsterte ich James zu.

    "Sag mal...hast du in der Hinsicht Erfahrung?", wandte ich mich dann mit einem interessierten Lächeln an Brandon.
    "Hm...etwas", entgegnete er.
    "Wunderbar! Ich hätte da ein paar Fragen!"
    Jetzt sollte der lustige Teil des Abends beginnen. Zu meiner Enttäuschung wollte Brandon meine Fragen auf dem Balkon besprechen, aber einem Menschen den Abend peinlich zu gestalten war besser als gar keinem.
    Ich zündete mir meine Zigarre wieder an und blies einen Kringel in die Luft.
    "Nun, um ehrlich zu sein sind James und ich erst einige Tage zusammen. Und keiner von uns beiden hat Erfahrungen in dieser Richtung."
    "Aha?"
    "Ja. Und deshalb hätte ich da mal ein paar Fragen zum Sex."
    Brandon verschluckte sich an seinem Wein. "Wollt Ihr das nicht lieber einfach...ähm...ausprobieren?"
    Ich grinste. "Ein wenig vorbereitet wäre ich schon gerne..."
    Und damit begann eine peinliche Dreiviertelstunde für Brandon, in der er über Gleitgel, Stellungen und Techniken ausgequetscht wurde.

    Und ich überlegte währenddessen, ob James es mir wirklich noch heimzahlen wollte. irgendwie wünschte ich mir, er hätte es vergessen.

    Saturday, October 28, 2006

    Ein wunderbares Essen und ein wunderbarer Abend

    James ließ sich nicht dazu überreden, den Abend jetzt schon schön einzuleiten und sprang auf, um Einkaufen zu fahren.
    Und es hat sich gelohnt, es war ein unglaublich gutes Essen, was er da gezaubert hat. (Die Menüfolge kann man in seinem Blog ja nachlesen.) Er ist ein echter Künstler in der Küche, sagenhaft! Und er hat alles so wunderschön hergerichtet...ich konnte bloß noch nach Luft schnappen, als ich den Tisch sah. Sogar Rosen hat er mitgebracht. In jedem Film hätte ich es kitschig und klischeehaft gefunden, aber hier hat es mir am Herzen geziept.
    Ich ließ mich auf den Stuhl an meinem Klavier sinken und besah mir fassungslos den wunderschönen Tisch.
    "Bereit?", hörte ich James dann fragen.
    Ich blickte auf und lächelte ihn an. Er sah fantastisch aus in seinem schwarzen Hemd und der schwarzen Hose. Ich frage mich, wieso er auf der Arbeit immer in diesen hellen Farben herumlief. Aber wer weiß...eventuell war das ja besser so. Ich konnte mich ohnehin immer schwer zurückhalten in den letzten Tagen...
    "Gut", meinte er dann und schenkte uns Portwein an. Als er mir das Glas reichte, schaute er mir tief in die Augen. "Auf einen schönen Abend!"
    Mir wurde ganz anders und am liebsten hätte ich ihn nach nebenan gezerrt.

    James rückte einen Stuhl für mich ab. "Na dann...setz dich, Schatz!"
    Ich liebe es, wenn er das sagt und mein Herz hüpfte wie bei einem verliebten Teenie. Ich wurde glaube ich sogar ein bißchen rot und setzte mich schnell hin.
    Kaum zu glauben, James hatte sich die Reuben Sandwiches gemerkt, die - ohne Pickles - ein Entrée bildeten.

    (Ich bin grade etwas abgelenkt...denn James hat mich nach Kaffee gefragt und ich meinte zu ihm "Bei Kaffee und dir heißt es immer 'ja'." Daraufhin meinte er "Also wenn ich jetzt zu dir rüberkäme, deine Hose aufmachen würde und dich dann ganz langsam nehmen würde, dann wäre das okay für dich?" Oh du meine Güte! Natürlich! Naja...jetzt habe ich eine dampfende Tasse Kaffee vor mir...auch...schön.)

    Das ganze Essen über konnte ich nicht verhindern, verzückte Laute von mir zu geben. Ich habe bisher in keinem Restaurant jemals so gut gegessen wie an diesem Abend. James lächelte nur und meinte, es sei ja auch mit viel Liebe gekocht...
    Ich könnte ihn immerzu an mich drücken, er ist einfach...einfach James.

    Beim Nachtisch hätte ich am liebsten die Schale ausgeleckt, besann mich aber im letzten Moment auf meine guten Manieren.
    James beugte sich beim Abräumen über mich und fuhr mit seiner Zunge über meinen Mundwinkel. "Du hattest da noch was..."
    Flatternd öffnete ich die Augen wieder und grinste ihn an. "Schon wieder?"
    "Greg!", rief er nur aus und schüttelte den Kopf.

    Als er aus der Küche zurückkam stand ich auf und stellte mich vor ihn.
    "Ähm...was?"
    "Das...", entgegnete ich nur und zog ihn an mich, um ihn erst liebevoll und dann ziemlich leidenschaftlich zu küssen. Sein leises Stöhnen ließ mir Punkte vor den Augen tanzen und wäre ich etwas besser zu Fuß gewesen, hätte ich ihn aufgehoben und ins Schlafzimmer getragen. So musste ich ihn schieben.

    Das ging etwas langsamer von statten, hatte aber den Vorteil, dass ich ihm auf dem Weg schon das Hemd aufknöpfen und abstreifen konnte. Und wie immer merkte ich nicht einmal, dass er bei mir genau dasselbe tat. Wie macht er das bloß?
    Ich bemerkte es erst, als ich seine warme Haut an meiner spürte.

    Ich drückte ihn sanft ins Kissen - unser Atem ging schon schneller - und riss mich zusammen. So langsam es nur ging, streifte ich ihm seine restliche Kleidung ab und entledigte mich nebenbei mehr oder weniger elegant meiner eigenen Sachen. James' Pupillen waren geweitet als sei er auf Drogen, aber meine Augen haben sicher nicht viel anders ausgesehen.

    "Ich liebe dich", flüsterte ich ihm ins Ohr, was ihm einen tiefen Seufzer entlockte. Ich erschauerte, als ich seinen heißen Atem an meinem Hals spürte.
    In Erinnerung an den Abend zuvor wollte ich ihn das gleiche erfahren lassen, was er mit mir angestellt hatte und ich merkte schon bald, wieviel Selbstbeherrschung ihn diese Langsamkeit gekostet hatte.
    "Greg", seufzte er und schickte mir damit eine Gänsehaut über den Rücken.
    Er schien auch in das Kissen hineinzuschmelzen, aber ich hatte auch das Gefühl zu zerfließen.

    Lange lagen wir eng aneinandergeschmiegt einfach nur da, küssten und streichelten uns ab und zu und sagten einfach nichts. Es brauchte keine Worte, so einfach war das.
    James küsste mir eine Träne von der Wange und ich strich mit meinem Finger sanft eine unter seinem Auge weg.
    "Hättest du mich nicht weggeschubst, hätten wir das höchstwahrscheinlich schon...in der Badewanne in Point Pleasant haben können...", meinte ich dann zögerlich und etwas peinlich berührt.
    James sah mich aus großen Augen an. "Dann habe ich mir das nicht eingebildet?"
    Ich küsste ihn auf die Nasenspitze. "Hast du nicht...und ich wäre am liebsten im Erdboden versunken."
    James schüttelte verwirrt den Kopf. "Aber...du hast doch deutlich gemerkt, was bei mir los war..."
    Ich seufzte. "Ich dachte, das sei eine Reflexreaktion..."
    James lächelte mich zärtlich an. "Wir sind schon zwei Hornochsen...was haben wir es uns lange schwer gemacht..."
    "Mehrere Jahre, denke ich..."
    "Ungefähr sechs", antwortete James leise und erzählte mir dann etwas stockend von der Silvesterfeier 1999/2000.
    Fassungslos hörte ich zu...horchte in mich hinein und schüttelte den Kopf.
    Ein etwas kitschiger Satz fällt mir nun dazu ein...aber er will geschrieben werden. Und wenn mich einer von Ihnen, liebe Kollegen, dafür auslacht, gnade Ihnen Gott! Ich bin immer noch derselbe und immer dazu fähig, Ihnen das Leben zur Hölle zu machen!

    Mein Herz hüpft so hoch, dass meine Augen überschwappen!

    Ist es Lupus?

    Herrlich!
    Dieser Freitag war wirklich...herrlich!

    Ausgerufen wurde ich wie gesagt wegen eines neuen Falls - keine Sau ist auf die Idee gekommen, mich anzupiepen. Oder in Wilsons Büro anzurufen. Neiiiiiin. Warum auch? Wo es doch viel wahrscheinlicher war, dass ich mal wieder auf dem Weg nach draußen war und irgendwo versuchte, mich an der Rezeption vorbeizuschleichen. Immerhin war es Freitagmittag...

    Es handelte sich um eine junge Frau mit Ausschlag im Gesicht, rheumatischen Beschwerden, Fieber und allgemeiner Abgeschlagenheit.
    Ich kritzelte ihren Namen an Whiteboard, die Symptome und nahm einen Schluck Kaffee aus meiner roten Tasse.
    "Und? Erste Ideen?", drehte ich mich dann zu den neuen und alten Entchen um.
    Grüblerische Gesichter, Schweigen.
    Ich schaute zum Whiteboard und trommelte mit dem Marker dagegen.
    Dann wandte ich mich wieder um und fragte "Könnte es Lupus sein?"

    Chase spuckte lachend seinen Kaffee gegen Foremans Rücken und ich musste meine Tasse abstellen, um vor Lachen nichts zu verschütten.
    Alle anderen schauten uns an, als hätten sie Wahnsinnige vor sich. Aber sie konnten ja auch nicht wissen, dass Chase und ich uns Mittwochabend köstlich darüber amüsiert hatten, dass bei beinahe jeder Differentialdiagnose jemand fragte, ob es nicht eventuell Lupus sei.

    "Hey, alles in Ordnung", meinte ich dann mit erhobenen Händen. "Foreman, wollen Sie sich rasch einen neuen Kittel holen?"
    Mit mürrisch verzogenem Gesicht und einem bösen Blick zu Chase stand Foreman auf und verließ das Büro.
    5 Minuten später schloß er sich uns wieder an und ich schaute in die Akte. "Okay, sie hat eine Nierenentzündung..vielleicht ist es tatsächlich Lupus...Vielleicht hat sie aber auch eine Allergie und die Antikörper spielen verrückt..."
    Foreman und Chase tauschten unheilvolle Blicke.
    "Genau!", bestätigte ich sie. "Und genau dafür habe ich meine Herausfinder...ab in die Wohnung, Foreman und Chase. Foreman, Sie knacken das Türschloß, Chase, Sie schauen sich die Putzmittel, Wände etc. an. Und nehmen Sie Cameron mit. Sie kümmert sich um die Lebensmittel..."
    Seufzend standen die Drei auf. "Das Türschloß knacken, ja?", meinte Foreman mürrisch.
    Ich nickte. "Und wenn Sie eine Flasche Single Malt oder Scotch finden, bringen Sie sie mit."

    An Dorian, Reid und Granger gewandt meinte ich dann "Und Sie testen, ob es nicht wirklich Lupus ist...antinukleärer Antikörper im Blut, anti-ds-DNA, Anti-Sm, Antiphospholipid, ZNS-Befall, Ulzera, blahblahblah..."
    Sie schauten mich an als warteten sie auf was.
    "Na hopp!"
    Und - zack! - waren sie unterwegs.

    Meine Herausfinder brauchten ziemlich lang, die Tester waren schneller, mussten aber auch keine 35 Meilen fahren, bevor sie mit ihrer Arbeit beginnen konnten.
    Nein, es war kein Lupus.
    Aber als es schließlich 17 Uhr war, wollte ich auch nicht mehr auf die Gang warten und machte mich daran, einzupacken.
    Kurze Zeit später stand auch schon James in der Tür um mich abzuholen.

    Auf dem Weg ins Parkhaus zu seinem Auto unterhielten wir uns noch kurz über unsere Fälle heute, verfielen dann auf der Fahrt aber in zufriedenes Schweigen. Das freie Wochenende stand vor der Tür, zwei ganze Tage nur für uns (es sei denn, Jim hatte Allenby inzwischen zugesagt) und heute Abend ein Wilson-Dinner.

    Im Flur knallte ich den Rucksack in die Ecke und hängte mich gleich an James.
    "Du bist ziemlich schmusig seit gestern", grinste er und schüttelte mich sanft ab, um erstmal Kaffee aufzusetzen.
    Ich fläzte mich auf die Couch und zappte durch die Programme.
    "War das X-Factor?", kam es aus der Küche.
    "Hm...war jedenfalls Johnathan Frakes..."
    "Schaltest du zuück? Ich seh das gerne..."
    Lächelnd schaltete ich zurück und schaute über die Schulter in die Küche, in der James grade Kaffee in zwei Tassen goß. Er war einfach zu...wunderbar.
    Er kam zum Sofa, reichte mir eine Tasse und schaute mich an. "Ist was? Du strahlst so.."
    Kaum saß er, als ich mich auch schon wieder an ihn herankuschelte. Ich war wirklich anhänglich seit diesem Abend..
    "DU bist."
    James drückte mir einen Kuss aufs Haare. "Und du riiiieeeechst schon wieder..."
    Ich grinste, weil ich an das "Sie riecht gut" von Donnerstagabend dachte.

    Eine Weile saßen wir zufrieden so auf dem Sofa und ich fühlte mich ein wenig an die Gewitternacht in Point Pleasant erinnert, als James es mir wahrscheinlich schon gesagt hatte, der Donner es aber ärgerlicherweise verschluckte.
    "Schatz, weißt du was?", fragte James und küsste meine Schläfe.
    Er hatte mich schon wieder Schatz genannt...
    "Hmmmm?"
    "Das ist unser erster Abend nur für uns alleine, seit wir...zusammen sind..."

    Friday, October 27, 2006

    Dumm ist der, der Dummes tut

    Frei nach Forrest Gump habe ich mich eben benommen....
    Ich hatte eine kurze Nachricht von James bekommen, ich könne ihm jetzt zeigen, wie anhänglich ich sei - sein Patient sei nun weg.

    Ich sprang mehr auf als dass ich aufstand und humpelte so schnell es mir möglich war den Gang hinunter zu James' Büro.
    Vorsichtig lugte ich zur Tür hinein, es hätte ja immerhin sein können, dass dennoch wieder ein Patient da war und er noch keine Möglichkeit gehabt hatte, mir Bescheid zu geben.
    Aber James war alleine im Büro und stand mit dem Rücken zu mir und schaute aus dem Fenster. Leise schloss ich ab und trat hinter ihn, um ihn zu umarmen.
    "Da bist du ja schon", murmelte er, wandte mir den Kopf zu und küsste mich. Ich drückte ihn feste an mich und hätte tagelang so stehen bleiben können.
    (Gut...mein Bein hätte das nicht mitgemacht, aber gewollt hätte ich schon...)

    "Lass uns doch rüber zum Sofa gehen", schlug James vor und wir setzten uns in Bewegung. "Möchtest du einen Kaffee?"
    Ich nickte. "Danach musst du nie fragen. Es reicht, wenn du mir einen gibst..."
    Er grinste. "Richtig..."
    Dann setzte er sich zu mir und wir tranken einträchtig unseren Kaffee. "Gott, Greg...musst du eigentlich immer fast alles schreiben? Ich habe eben beinahe den ganzen Abend nochmal durchlebt. Und ich muss dir wohl kaum sagen, wie es mir danach ging..."
    Ich stellte meinen Kaffee ab und ein Gedanke machte sich in meinem manchmal leicht kranken Hirn breit. "Es wollte einfach raus, Liebling..."
    Ich nahm ihm den Becher ab und stellte ihn auf den Tisch. Dann beugte ich mich über ihn und küsste ihn lang und intensiv. James entfuhr ein langgezogener Seufzer und wie beiläufig öffnete ich seine Hose und glitt vom Sofa hinunter.
    Er riß die Augen auf. "Was..."
    Er verstummte, als ich ihm mit einem Ruck seine Hose und seine feine Microfasershorts gleichzeitig herunterzog und mit dem begann, was ich vorgehabt hatte.
    "Greg!", kam es erstickt von oben und kurz war er versucht, mich wegzustoßen, zog dann aber meinen Kopf näher zu sich heran. Ich schaffte es sogar, in meinem Tun kurz zu grinsen, obwohl es meinem Bein absolut nicht gut tat, so vor ihm zu knien.
    James wurde ziemlich laut und ich fragte mich, was wohl diejenigen dachten, die grade an seinem Büro vorbeigingen.

    Halb im Delirium lag er auf dem Sofa, ein Stück heruntergerutscht und mit glühenden roten Punkten auf den Wangenknochen. Ich schaute auf und grinste ihn an. "Ich musste mich doch noch revanchieren für das letzte Mal auf diesem Sofa..."
    "Gott..." brachte er bloß heraus.

    In diese Moment wurde ich ausgerufen - anscheinend wartete ein neuer Fall auf mich. Vor Schmerz leicht aufstöhnend rappelte ich mich auf und warf zwei Vicodin ein, während James sich hektisch richtete. "Du bist verrückt..."
    Trotzdem umarmte er mich, bevor ich ging.

    Auf dem Gang begegnete ich Allenby und musste innerlich hysterisch lachen, aber äußerlich war ich ruhig. "Hallo, Greg! Wisst Ihr schon was wegen Samstag?"
    "Hm...frag James, ich muss jetzt zu einem Fall..."
    "Ja, ich habs gehört, du wurdest ausgerufen. Ach..warte mal...du hast da was", sagte er und deutete auf seinen Mundwinkel.
    Ups...
    Ich grinste nur. "Ja?"
    Er nickte. "Ach! Ich sehe schon, du hast diese neuen Milchshakes in der Caféteria ausprobiert. Was war's denn?"
    Ich fuhr mir mit der Zunge über den Mund um die...Reste zu entfernen. "Vanille!"

    Damit war ich in meinem Büro und brach erstmal mit einem Lachkrampf vollends zusammen.

    Was hab ich denn hier gefunden?

    James mal ohne seine Kontaktlinsen...Sehr süß!

    Die Fortsetzung des (zum Teil) grauenvollen Abends

    In einem kurzen Anflug von Galgenhumor dachte ich, dass es ziemlich gut war, in einem Hotel zu sein und nicht in einem Fastfood-Restaurant. Dort wäre es ziemlich unangenehm, sich auf der Toilette einzuschließen. Hier aber blitzte es und roch nach Seife.

    Ich hatte mich bestimmt eine Viertelstunde dort verschanzt als ich hörte, wie die Tür geöffnet wurde. Schritte näherten sich und stoppten vor meiner Tür.
    "Greg?", hörte ich James fragen.
    Ich antwortete nicht und sah auf meine Schuhe herab. James zuliebe heute Abend keine Sneaker, sondern Schnürschuhe.
    "Greg...ich kann deine Füße sehen. Ich weiß dass du da drin bist...."
    Ich seufzte bloß.
    "Bitte, mach auf..."
    Widerwillig legte ich das Schloß um und James trat zu mir in die enge Kabine. Dass ich keinen schmutzigen Witz riss, zeigte ihm wohl, dass ich wirklich fertig war.
    Er stand vor mir und küsste mich sachte auf die Stirn.
    "Schatz, komm...wir gehen wieder rein. Sie haben sich beruhigt und du kannst nicht ewig hier bleiben..."
    Er hatte mich 'Schatz' genannt...
    "Kann ich wohl...", entgegnete ich mit einem Anflug von Trotz.
    James hob mein Kinn an. "Ich sage doch...sie haben sich beruhigt... Bitte, lass uns wieder reingehen. Ich habe dir eine Zigarre bestellt..."
    "Zur Feier des Outings?"
    "Zur Beruhigung."
    Ich atmete tief durch. "Okay..."
    Langsam hatte ich eingesehen, dass ich es hier nicht aussitzen konnte. Sie würden sich nicht eher aus dem Restaurant herausrühren, bis ich nicht wieder aufgetaucht war. Und Fenster gab es hier keine, bloß eine Lüftung.
    James küsste mich sanft, nahm mich dann beim Arm und zog mich aus der Kabine heraus.
    Er hielt ihn immer noch, als wir am Tisch schließlich wieder auftauchten.

    Ich ließ mich wortlos auf meinen Stuhl sinken und zündete mir die Zigarre an, die nun neben meinem Weinglas lag.
    Alle Blicke ruhten auf mir, aber ich konnte Schweigen ganz gut aushalten und konzentrierte mich voll und ganz auf meine Zigarre.
    Überraschenderweise war es mein Vater, der plötzlich kurz meinen Arm drückte. "Doch nicht so hoffnungslos, wie ich dachte...Zwar auf eine andere Art, als ich mir zunächst gewünscht hätte...aber...ich freu mich, dass du nicht alleine bist."
    Ich bekam einen Hustenanfall und ertränkte diesen in einem großzügigen Schwall Wein.
    "Was?!", krächzte ich mit tränenden Augen.
    "Ich sag dir doch, er meint es nie so", liess sich meine Mutter vernehmen. "Wir mögen James...Und...wir freuen uns für Euch, wenn Ihr glücklich seid."
    James lächelte mich von der Seite her an. "Ja, das kann man sagen...das sind wir..."
    Mein Vater sah uns nachdenklich an. "Irgendwie passt Ihr zusammen. Und Sie, James, scheinen einen guten Einfluss auf ihn zu haben. Er trägt weder Sneaker noch so ein Rocker-T-Shirt..."
    Fassungslos schüttelte ich den Kopf. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Ich hatte erwartet ein "Du bist nicht mehr mein Sohn" zu hören, enterbt zu werden oder erschossen.
    Meine Mutter nahm mich kurz in den Arm. "Nun...ich denke, das war genug Aufregung für diesen Abend...Wir gehen jetzt zu Bett. Wir telefonieren die Tage noch, ja?"
    Ich nickte benommen und sah meinem Vater beim Bezahlen zu - meine Rechnung hatte er auch übernommen.

    Auf der Heimfahrt war ich noch wie betäubt aber James war schon wieder gut gelaunt und äffte mich nach. "War doch gar nicht so schwer, oder?"
    Ich liess meinen Kopf zur Seite rollen und sah ihn bloß an und schnaufte.
    James fuhr die Einfahrt hinauf, parkte mein Auto zu und öffnete mir mit einer galanten Verbeugung die Tür. "Guten Abend, der Herr!"
    Ich blinzelte nur und stieg aus, ich war noch nicht ganz da.
    James legte den Arm um mich, als ich in Richtung Tür hinkte und sagte mir leise "Und jetzt machen wir es uns schön" ins Ohr, was mir unweigerlich eine Gänsehaut das Rückgrat herunterschickte.
    Die ältliche Nachbarin mit dem nervigen Hund sah uns argwöhnisch beim Aufschließen zu, aber James störte sich zur Abwechslung nicht daran.

    Drinnen angelangt ließ ich mich nur noch aufs Sofa fallen und kickte die ungewohnten Schnürschuhe von mir. James hantierte irgendwo im Hintergrund, während ich mit geschlossenen Augen vor mich hin dämmerte.
    "Komm...wir ziehen um!", meinte er plötzlich und fasste mich leicht an der Schulter. Ich öffnete die Augen. "Hm?"
    Er zog mich vom Sofa hoch und ich konnte durch die geöffnete Schlafzimmertür sehen, dass er dort Kerzen aufgestellt hatte und Barrique für uns beide bereitstand. Es lief leise Musik und es sah sehr gemütlich und angenehm aus.
    James nahm mir das Sakko ab und hängte es in den Schrank.
    "Setz dich aufs Bett..."
    Folgsam setzte ich mich - James setzte sich neben mich und knöpfte mir mein Hemd auf.
    "Ich denke, du hast dir nach alldem eine Massage verdient."
    "Hmmmm...wunderbar...", meinte ich, beugte mich vor und küsste ihn leicht.
    "Noch nicht", grinste James und streifte mir das Hemd ab.
    Ich legte mich bereitwillig bäuchlings aufs Bett und genoß die Massage. James hat da wirklich Talent.

    Fast wäre ich dabei eingeschlafen, bis er mich plötzlich umdrehte und ich aus meiner Lethargie erwachte. "Hm?"
    "Das war genug Rückenmassage", schaute er mich aus leicht verschleierten Augen an und ich bemerkte, dass wir beide nichts mehr anhatten.
    "Wie...", begann ich, aber meine Frage wurde in einem langen, anhaltenden und sanften Kuss erstickt. Meine Augen schlossen sich wie von selbst und mit einem "Hmmmmmmmmm" erwiderte ich den Kuss. James Lippen lösten sich von meinem Mund und wanderten langsam den Hals entlang, zum Schlüsselbein, wo er mit einem kurzen Biss verweilte, zur Halsbeuge und dann die Innenseite meines Armes herunter, nur um an meiner Seite mit der Zungenspitze wieder heraufzuwandern.
    Ich zitterte und wunderte mich selber über die vielen veschiedenen Arten von Seufzern, die er mir damit entlocken konnte. Seine Hand streichelte an meiner anderen Seite empor und ich fühlte mich einer Ohnmacht nahe und gleichzeitig fast erstickt vor lauter Liebe zu ihm.
    Im Hintergrund sang Tori Amos passend Silent all these years, aber ich nahm es kaum wahr. Alles was zählte war James und ich fuhr durch seine Haare, wollte ihn küssen. Aber er sagte bloß "Shhhhh" und fuhr in seinem langsamen Tun fort.
    Und er tat alles sehr langsam und ich glaubte, mein Herz müsse nun bald überquellen und brachte bloß noch ein "Jaaaames" heraus.
    Er ließ sich nicht unterbrechen und machte mich halb wahnsinnig, aber andererseits genoß ich diese Langsamkeit ungemein.
    "Ich liebe dich", flüsterte er mir ins Ohr und ich spürte, wie mir eine Träne aus dem rechten Auge lief. Diese stahl sich aber keineswegs aus Trauer dort hinaus.
    Er entlockte mir sämtliche Arten von Stöhnen, Kieksern und Seufzern bis ich schließlich ganz verstummte. (Hrm...naja....bis zum Schluß...da wurde es etwas lauter...)
    Er blieb bei seiner Langsamkeit, obwohl er sich wohl selber dazu zwingen musste und zu guter Letzt wußte ich nicht, ob ich explodierte oder ins Kissen hineinschmolz. So musste sich wohl ein Terminator der zweiten Generation fühlen, wenn er sich verflüssigte.
    James sah mich an und ihm stand selber das Wasser in den Augen. "Gott, ich liebe dich, Greg!", flüsterte er heiser und küsste mich.

    Ich muss kaum sagen, dass wir zwar spät, aber sehr gut geschlafen haben.
    Ich bin immer noch ganz weggetreten und ziemlich anhänglich, wenn wir uns begegnen.

    Ein grauenvoller Abend! (zum Teil...)

    Wie ich befürchtet hatte, hat James sich nicht darauf einlassen wollen, meine Eltern in der Bronx auszusetzen. "Und wenn du 100mal den Abwasch machst, das geht nicht!"
    Er war ziemlich entsetzt, als es ihm dämmerte, dass ich das tatsächlich ernst meinte.
    Schmollend setzte ich mich also zu ihm ins Auto und hatte mich dazu überreden lassen, mich einigermaßen schick zu machen, falls wir später wirklich noch essen gehen würden. Also entschied ich mich für etwas ähnliches wie gestern Abend. Immerhin hatte ich ja noch im Hinterkopf, wie gut das James gefallen hatte...
    Im Auto legte ich missmutig Eyes without a face ein, die Version von Tori Amos, und sprach auf der Fahrt zum Flughafen ziemlich wenig.

    Auf dem Weg zum Terminal betrachtete ich mich nochmal kurz in einer Fensterscheibe und zupfte an meinen Haaren rum.
    "Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, du möchtest gut aussehen, wenn du deine Eltern triffst", meinte James trocken und sah mich von der Seite her an.
    Ich schüttelte den Kopf. "Ich möchte bloß gut aussehen, wenn ich mit dir unterwegs bin. Du sollst dich ja nicht schämen müssen..."
    "Das würde ich niemals..."
    Wir lächelten uns kurz an, dann seufzte ich wieder. "Können wir nicht einfach wieder fahren?"
    James packte mich am Arm und zog mich weiter. "Können wir nicht. Was würdest du denn sagen, wenn du nicht abgeholt würdest?"
    Ich schnaufte. "Ich würde mir ein gottverdammtes Taxi nehmen und niemandem auf die Nerven fallen!"
    "Greg, sie haben dich bestimmt schon zwei Jahre nicht mehr gesehen!"
    "Es kommt mir vor, als wäre es erst gestern gewesen..."
    "Ach, komm weiter jetzt!"

    Wir bogen grade um die Ecke, als ich sie auch schon mit ihrem Gepäck aus der Ankunftshalle rollen sah. Mein Vater, der ewige Marine - er sah immer noch aus, als trüge er seine Uniform und der Haarschnitt war schon seit eh und je derselbe. Ich glaube, er hatte bereits nach meinem ersten Atemzug beschlossen, mich zu hassen... Immer geradeheraus, immer ehrlich und schwer zu ertragen. James meinte vor einigen Jahren mal, wir wären uns eigentlich gar nicht sooo unähnlich, woraufhin ich ihm fast eine geklebt hätte.
    Meine Mutter hatte uns erspäht und winkte uns fröhlich zu. "Greeeeeg! Hallooooooo!" Ich musste wider Willen lächeln, meine Mom war...in Ordnung.
    Mein Vater blickte muffig auf und liess sich zu einem Nicken hinreissen. Oh Wunder! Aber er hatte James zugenickt, nicht mir.
    Als sie bei uns angelangt waren, wurde ich von meiner Mutter fast erdrückt mit ihrer Umarmung, dann hielt sie mich ein Stück von sich weg. "Gut siehst du aus...Ist irgendwas passiert, von dem ich wissen sollte?"
    Ich zog es vor zu schweigen und zog bloß eine Braue hoch. "Hi, Mom..."
    "Aber sag mal...isst du auch vernünftig?"
    Da war es wieder.
    Sie wandte sich an James und schüttelte ihm herzlich die Hand. "Dr. Wilson! Jaaaames! Wie schön, Sie wiederzusehen!"
    Er nickte ihr mit einem herzerwärmenden Lächeln zu. "Hallo, Blythe."
    "Sagen Sie, isst Greg auch vernünftig?"
    Mein Vater schnaufte, "Woher soll er das wissen?", und schüttelte Jim dann die Hand. "Nett Sie wiederzusehen, James."
    Dann wandte er sich an mich und nickte bloß, was James zu einem besorgten Seitenblick zu mir veranlasste. Aber dieses Verhalten störte mich schon lange nicht mehr.
    "Wir wohnen im Nassau Inn in Princeton", knarzte er mir dann zu. "10 Palmer Square."
    Ich nickte. "Dann wollen wir Euch da mal hinbringen..."
    Damit humpelte ich voraus in Richtung Auto. Hoffentlich würden sie einfach in ihr Hotel gehen und das wars.

    James war in Smalltalk verwickelt und sprach mit meinem Vater, während meine Mutter an meine Seite huschte.
    "Greg, es ist wirklich schön, dich wiederzusehen. Wir sehen uns viel zu selten. Ich habe dich vermisst."
    "Ich könnte gut auf ihn verzichten!", knurrte ich bloß.
    Meine Mutter seufzte. "Er liebt dich, Gregory...egal, wie er sich verhält."
    "Du weißt verdammt gut, dass er mich nicht ausstehen kann..."
    Da wir nun am Auto waren, ließ ich es dabei bewenden und schaute James erwartungsvoll entgegen. Bloß schnell das Gepäck verstauen, meine Eltern ins Auto packen, rauswerfen und abhauen.

    Die Fahrt wäre schweigsam verlaufen, wenn meine Mutter nicht geredet hätte wie ein Wasserfall. Am Hotel angelangt kam das Verderben über mich.
    "Wollen wir nicht zusammen essen? Es ist nett hier, das Hotel hat sicher auch ein gutes Restaurant. Komm, John, wir laden die beiden ein...Oder haben Sie noch einen Termin, James?"
    James öffnete den Mund, aber ich war schneller. "Sicher eine Menge glatzköpfiger Krebspatienten... Er wird keine Zeit haben...Und ich..."
    "Greg, wir haben beide nichts vor!", fiel er mir ins Wort und lächelte dann meiner Mutter zu. "Ich würde mich freuen, aber Sie müssen uns wirlich nicht einladen."
    Mom klatschte in die Hände. "Wie schön! Doch, das wollen wir aber, nicht wahr, John?"
    Mein Vater zuckte die Achseln. "Dr. Wilson. Greg kann für sich alleine bezahlen."
    "Mit Vergnügen!", schoss ich dazwischen und James sah unbehaglich von einem zum anderen.

    Meine Eltern checkten ein und James und ich warteten derweil an der Bar. Ich brauchte erstmal einen Scotch und kippte ihn in einem Zug runter.
    (Die Bar jedenfalls ist ganz nett dort:
    )
    "Woher du das bloß hast...", sinnierte James und grinste mich aufmunternd an.
    "Wenn du noch einmal versuchst anzudeuten, dass mein Vater und ich uns ähnlich sind, schläfst du auf der Couch..."
    Gespielt ängstlich biss er sich auf die Finger. "Alles, nur das nicht!"

    Meine Eltern hatten sich ein wenig aufgefrischt und ich wunderte mich über Moms betroffenes Gesicht. Als wir uns einen Tisch zuweisen liessen, nahm sie James am Arm.
    "Oh, das tut mir so leid! Eben hat Ruth mich auf meine Mobile angerufen...Julie hat Sie verlassen?"
    Ich lehnte mich innerlich zurück und sah James beim Herumdrucksen zu. "Ja...vor ein paar Tagen...Sie hat jemand anderen."
    Wie erwartet, klopfte mein Vater ihm aufmunternd auf die Schulter. "Keine Sorge, Junge! Ein Kerl wie Sie bleibt nicht lange allein. Aber das wissen Sie ja selber."
    Mit einem abschätzigen Blick zu mir fuhr er fort "Was ich von ihm hier nicht behaupten kann! Als Stacy weg war, wussten wir beide, er wird den Rest seines Lebens allein bleiben!"
    James griff unter dem Tisch nach meiner Hand und ich drückte sie dankbar. "Wenn du wüßtest, alter Zausel", dachte ich bloß grimmig und wandte mich der Speisekarte zu.
    "Sie haben keine hohe Meinung von Ihrem Sohn, John...", begann James und ich war erstaunt.
    "Er ist ein Arschloch, James, das müssten Sie doch am besten wissen", meinte mein Vater, als würde er über jemanden reden, der gar nicht da ist. "Er hat von klein auf die Leute genervt und ich frage mich, wie Sie es so lange mit ihm aushalten. Aber ich rechne es Ihnen hoch an. Das ist eben Freundschaft."
    "John!", rief meine Mutter dazwischen und James sagte im gleichen Moment "Er ist ziemlich brillant. Und ein sehr guter Freund."
    Mein Vater sah mich an und verzog das Gesicht. "Ob brillant oder nicht - Arschloch bleibt Arschloch. Dann ist er eben ein brillantes Arschloch, stört mich nicht. Gut für seine Patienten."
    Meine Mutter beugte sich vor und drückte mir mit einem "Er meint es nicht so"-Gesicht die Schulter. Ich grinste sie ironisch an und bestellte Rehrücken, als die Bedienung an den Tisch kam. Dazu gleich eine ganze Karaffe Barrique, damit ich mich abschießen konnte.
    James schüttelte leicht fassungslos den Kopf. Ich glaube, er verdrängt immer recht schnell, wie das Verhältnis zwischen meinem Vater und mir wirklich ist. Meine Hand hielt er immer noch, was die Bedienung mit einem irritierten Lächeln bemerkte, als sie seine Bestellung aufnahm. Schnell ließ er los und zupfte verlegen an seiner Krawatte herum.

    Als wir dann bereits mit Getränken versorgt waren, fuhr Mom natürlich sogleich fort. "Allerdings hat Ruth mir auch gesagt, dass da jemand wäre..."
    James nahm einen großen Schluck von seiner Cola Light. "Hat sie?"
    Mein Vater grinste jovial. "Hab ichs nicht gesagt? Sie hatten doch schon wen im Auge, stimmts?"
    Wider Willen stahl sich ein mehr als strahlendes Lächeln auf James' Gesicht und meine Mutter schaute ihn warmherzig an.
    "Ruth sagte mir, dass das schon seit vielen Jahren so geht. Wie kann das nur sein, dass Sie sich nie an diese Person herangetraut haben?"
    "Ähm...", begann Jim, während ich meinen Rehrücken fixierte als ob der Stein der Weisen irgendwo darin versteckt sei. "Ich...weiß auch nicht. Es...war schwierig..."
    "Und?", fragte mein Vater. "Hat's geklappt?"
    Ja, hat's! Und ich habe jetzt sogar eine Art Schwiegervater...und der mag mich sogar!
    Ich schwieg weiter und schaute nicht von meinem Essen auf. James neben mir nickte und legte mir heimlich seine Hand aufs Knie.
    Meine Mutter juchzte ein wenig auf. "Ja, Ruth hatte angedeutet, dass es nun endlich geklappt hat."
    "Wie sieht sie denn aus?", fragte mein Vater interessiert.
    Ich rollte eine Krokette auf meinem Teller hin und her und wünschte mich weit weg.
    James räusperte sich. "Also...sie...ähm...die Person..."
    "Na?", kam es weiter aufmunternd von meinem Vater.
    "Gut..also...groß, schlank...braune, leicht wellige Haare und sehr blaue Augen..."
    Ich wünschte mir, unter mir möge sich ein Loch im Boden auftun.
    "Klingt doch gut!", polterte Dad. "Langbeinig?", grinste er hinterher.
    James nickte. "Ziemlich..."
    "Wie heißt sie denn?", wollte meine Mutter wissen, was James zum Husten brachte. Die Wendung, die der Abend genommen hatte, gefiel mir gar nicht.
    "Sie...hm...riecht gut...", meinte James ablenkend und ich spürte, wie ich feuerrot anlief.
    "Was hast DU denn jetzt?!", fragte mein Vater abfällig und sah mich kopfschüttelnd an.
    "Nichts", krächzte ich und hob abwehrend die Hand. "Alles bestens..."
    Er grinste und legte den Kopf kurz in meine Richtung. "Neidisch isser...Der hoffnungslose Fall..."
    Meine Mutter trat ihn unter dem Tisch gegen sein Schienbein und eine Weile aßen wir schweigend weiter und ich kippte ein Glas Wein auf Ex herunter, zwei Vicodin hinterherschickend.
    "Du solltest die wirklich nicht mit Alkohol einnehmen...", meinte meine Mutter.
    "Meist schluck ich sie trocken", entgegnete ich, was meinem Vater ein Kopfschütteln entlockte.
    "Junkie!"
    Wir hatten unser Essen fast beendet, als meine Mutter schon wieder anfing. "Also, James, wie heißt sie denn?"
    "Mom!"
    "Was denn?", fragte sie mich erstaunt. Und dann, an James gewandt: "Arbeitet sie auch bei Ihnen im Krankenhaus?"
    "Ja..."
    "Und wie ist ihr Name?"
    "Mom!"
    "Nun lass das doch mal, Greg! Ich will doch nur den Namen wissen."
    "Lass es doch einfach, Mom!"
    "Wieso? Dazu gibt es doch keinen Grund!"
    James schaute unbehaglich in seine Cola und schwieg, während ich mit meiner Mutter diskutierte.
    "Du bist zu neugierig, Mom..."
    "Nun hab dich doch nicht so."
    "Lass es doch dabei bewenden. Weißt du nicht schon genug?"
    "Ich will doch nur den Namen hören..."
    Ich schnaufte. "Gregory! Okay? Zufrieden?"
    Meine Mutter schaute mich an wie ein verwirrtes kleines Kind.
    "Liebling...nicht deinen Namen...den von James neuer Freundin..."
    Ich stützte kurz die Stirn auf die Hand.
    "Mom...es ist keine Freundin..."
    "Sei nicht abern. Er hat uns doch eben gesagt, dass es endlich geklappt hat..."
    "MOM! Es ist keine Freundin...Ich bin es!"

    James neben mir räusperte sich leise, mein Vater hustete und meine Mutter sah mich mit offenem Mund an.
    "Du hast eine kranke Art von Humor", meinte mein Vater dann.
    "Ich meine das todernst!"
    Meinem Vater dämmerte, dass ich nicht log. Das machte ich an der Art fest, wie seine Gesichtszüge entgleisten.
    "Ich muss pinkeln!", meinte ich dann und humpelte so schnell ich konnte zu den Toiletten. Dass ich James damit in der Höhle des Löwen alleine ließ, kam mir in meiner Verzweiflung gar nicht in den Sinn.
    Ich schloß mich in einer Kabine ein und lehnte mich gegen die Wand. Was für ein grauenvoller Abend!

    Wird fortgesetzt...ich gehe kurz James in seinem Büro besuchen...

    Thursday, October 26, 2006

    Konzentrationsprobleme und "Familienglück"

    Meine Güte!
    Heute fällt es mir schwer, mich auf die Arbeit zu konzentrieren.
    Ständig denke ich an gestern abend bzw. heute morgen und grinse wie ein Idiot vor mich hin.
    Da konnte mich noch nicht einmal der Anruf meiner Eltern schrecken, die ankündigten, in die Stadt zu kommen und darum baten, heute abend vom Flughafen abgeholt zu werden.
    Morgen reisen sie schon weiter und ich hoffe, es bleibt beim Abholen und sie wollen nicht noch mit mir essen gehen oder sowas in der Art.
    Ich habe mich schon ziemlich auf einen Abend zu Hause gefreut, mit gutem, von James gekochtem Essen und...naja...kuschliger Stimmung.
    Wenn ich an meinen Vater denke, könnte ich kotzen!
    Wir haben uns mein Leben lang nicht gut verstanden und ich habe nicht die leisteste Lust, heute mit ihm ein paar Worte zu wechseln.
    Ich soll doch meinen Freund, den netten Dr. Wilson mit zum Flughafen bringen, wenn er mag, meinte meine Mutter.
    Ich muss mögen!
    Er auch. Alleine lasse ich mich darauf nicht ein.
    Außerdem passen sie nicht in die Corvette, da brauchen wir Jims Auto.

    Ich könnte natürlich anrufen und sagen, dass ich sie nicht abholen kann, weil ich keinen Platz für sie im Auto habe... Das klingt ganz gut.
    Oder ich fahre mit James hin, wir nehmen ihren Koffer, stellen die irgendwo ab und machen uns aus dem Staub, während sie auf das Auto warten.
    Oder wir lassen sie an irgendeiner gottverlassenen Ecke der Stadt aussteigen, sagen, ich wohnte dort, holen die Koffer aus dem Auto, setzen uns schnell wieder rein und hauen dann ab.
    Sie auszusetzen würde mir wohl am besten gefallen. Mal sehen was "der nette Dr. Wilson" dazu sagt.

    Meine Eltern haben einen absoluten Narren an ihm gefressen, seit sie ihn das erste Mal gesehen haben. Ich wette, das ist der Sohn, den sie sich eigentlich gewünscht hätten. Gutaussehend, smart, freundlich, mit einem großen Schlag bei Frauen.
    Ein halbes Jahr, nachdem meine Beziehung mit Stacy in die Brüche gegangen ist, haben sie es aufgegeben, mich nach "der Liebe" zu fragen. Und natürlich geben Sie auch mir die Schuld, dass es mit ihr nicht geklappt hat. Es juckt sie gar nicht, was sie getan hat. Noch ein Grund, sie irgendwo auszusetzen heute abend.

    Sollten sie doch essen wollen, hat sich mein Part an dem Abend ohnehin spätestens dann erledigt, wenn sie erfahren, dass Julie James den Laufpass gegeben hat. Dann wird er bemitleidet und aufgemuntert werden und meine Mutter wird ihm noch im Restaurant mögliche neue Kandidatinnen zeigen. Mein Vater wird ihm aufmunternd auf die Schulter klopfen mit diesem "Das wird schon wieder, Junge"-Gesicht und mich verachtend ansehen, weil ich natürlich keine Beziehung habe, die kaputt gehen könnte. (Zumindest keine, von der sie wissen! Nein, überhaupt keine, die kaputt gehen könnte! Ich werde mir alle Mühe geben, denn das ist mir wirklich wichtig.)

    Ich bin doch für Abhauen oder Aussetzen. Unbedingt! Und dann den Abend mit James genießen und ihm beim Kochen helfen. Wenn er ins Aussetzen einwilligt, werde ich sogar spülen. Dann müssen wir nur noch mein Mobile ausschalten und das Telefon ausstöpseln.

    Foreman und Cameron scheinen übrigens sehr erstaunt zu sein, dass weder Chase noch ich irgendwelche Wunden, Würgemale oder Kratzer haben seit gestern abend. Dass es nett war, haben sie uns auch nicht abgenommen.
    Und ich glaube, Foreman hat bereits in James Blog gelesen, denn es kam ein TUMP aus seinem Büro heraus, als sei jemand hinterrücks mit seinem Stuhl umgekippt. Und er sieht mich nicht an, wenn wir miteinander reden. Wer weiß, in welchen Situationen er mich dann sieht.
    Naja, er wird sich schon wieder fangen...

    Das Sushi-Essen mit James heute mittag jedenfalls war ausgesprochen...schön. Er hat tatsächlich echtes Sushi probiert dieses Mal, mich nicht mit Paprikas geärgert und es hat ihm sogar geschmeckt. Das beste war, dass wir eine nette kleine Nische für uns hatten, in der ich mich ungestört vorbeugen konnte um ihn an der Krawatte zu packen, über den Tisch zu mir herzuziehen und zu küssen. Dumm nur, dass in dem Moment grade Cuddy an unserer Nische vorbeikam...Aber was solls.

    Zwei Bilder von gestern Abend

    Die hat mir Chase eben gemailt...
    Und ich wundere mich, dass er das zweite mit dabeigepackt hat...

    Hier der Beweis, dass wir tatsächlich Spaß hatten, falls einige Kollegen das nicht glauben wollen:



    Und so sieht Chase ein paar Mojitos später aus...und das Sakko wird über den Stuhl geworfen:

    Ein ereignisreicher Abend

    Irgendwie habe ich es geschafft, bloß 10 Minuten zu spät zu kommen.
    So wie es aussah, war Chase auch grade erst angekommen, denn er packte grade sein Portemonnaie ein, als ich aus dem Taxi stieg.
    "Hi, House!", rief er mir zu und hob die Hand.
    "Hi", antwortete ich und bezahlte den Taxifahrer.
    Als ich schließlich fertig war, wurde ich Chase' Blicks gewahr.
    "Was?"
    Er musterte mich. "Sie sehen irgendwie...anders aus."
    "Wie anders? Habe ich auf einmal drei Augen?"
    Er schüttelte den Kopf. "Nein, ich kann nicht sagen, was es ist - aber Sie sehen anders aus..."
    Ich hob die Schultern. "Was auch immer..."
    Unser Blick fiel auf die Reklame am Kino gegenüber. Invasion of the Body Snatchers
    "Wow!", entfuhr es Chase. "Den hab ich lang nicht mehr gesehen! Dass der hier im Kino läuft...."
    Ich zog eine Braue hoch. "Sagen Sie bloß, Sie haben auch eine Vorliebe für kranke B-Movies..."
    Chase grinste. "Bei Horrorfilmen auf jeden Fall!"
    Kaum zu glauben - wir hatten eine Gemeinsamkeit gefunden.
    Er sah mich zweifelnd an. "Hm...wollen wir?"
    Jetzt war es an mir zu grinsen. "Aber sicher!"
    Wir also nichts wie rüber zum Kino. Wir hatten Glück, der Film lief grade an und wir hatten lediglich die Werbung verpaßt. Chase trieb mich mit seinem Nacho-Gekaue zwar teilweise fast in den Wahnsinn, aber es war ziemlich lustig, den alten Schinken im Kino zu sehen. Es ist beinahe rührend, wie unfreiwillig komisch so ein damals sicherlich Angst und Schrecken auslösender Film wirkt.

    Nach dem Kino gingen wir dann rüber ins Hemingway's, etwas später als geplant und es war rappelvoll. Chase blieb im Eingang stehen. "Stylish", meinte er und sah sich um, was wohl ein Kompliment für den Laden war. Die ersten weiblichen Gäste verrenkten sich den Hals nach unserem Down Under Hair Wonder und ich musste grinsen.
    "Ja, es ist nett hier", entgegnete ich und suchte den Ort nach einem freien Platz ab.
    Chase war drauf und dran, auf die Bar zuzusteuern, hielt aber mit einem Blick auf mein Bein inne. "Das wär' wohl nicht so gut, wenn Sie den Rest des Abends stehen müssten, oder?"
    Ich zuckte die Achseln. "Ich denke, es wäre auszuhalten..."
    "Aushalten ist nicht meine Definition für einen gelungenen Abend..." Damit hob er den Kopf und versuchte, auf die Galerie zu spähen. "Ich glaube, da oben ist was frei", meinte er schließlich und deutete mit dem Finger in Richtung des Platzes.
    Also kämpften wir uns durch die Menge - einige der weiblichen Gäste im Schlepptau - und nahmen auf der Galerie Platz.
    Verwunderlich, dass der Tisch noch frei war. Er war gleich am Geländer, so dass man runterschauen konnte und das Getümmel unten perfekt beobachte konnte. Wahrscheinlich waren die Leute, die zuvor dort saßen, eben erst gegangen. Ich spähte nach unten, während Chase die Karte zur Hand nahm. "Gut! Hier gibts auch Burger! Ich habe noch nichts gegessen seit heute Mittag!"
    Ich nickte. "Keine schlechte Idee. Mir geht's nicht anders."
    Er blickte verwundert auf. "Aber Sie sind doch relativ früh gegangen?"
    Ich zuckte die Achseln und war dankbar, dass man bei den vorherrschenden Lichtverhältnissen wahrscheinlich nicht sah, dass ich ein wenig rot wurde. "Hrm...ja..äh..ich hatte irgendwie keine Zeit zum Essen. Ich denke aber auch oft nicht dran."
    Also bestellten wir erst jeder einen dicken Burger mit Fries und side salad, dazu ein Bier. Beim Essen gingen wir die B-Movies durch, die wir kannten und erinnerten uns an Swamp Thing, The Thing from another World, grauenvolle japanische Godzilla-Filme, It - The terror from beyond space, Wasp Woman und diverse Zombiefilme.
    Ich kann es kaum glauben - ich saß da mit Chase und wir kamen tatsächlich aus dem Lachen kaum heraus. In Anlehnung an Dawn of the Dead nahmen wir von der Galerie aus Leute aufs Korn und bedachten sie mit Namen von Schauspielern, denen sie entfernt ähnelten. Und immer, wenn Chase nicht darauf achtete, klaute ich ihm einige Fries.
    Als die Burger vernichtet waren und von einer Bedienung weit und breit nichts in Sicht war, erbot Chase sich, eben an er Bar was zu trinken zu holen. Das hieß zwar, dass er dort auch gleich bezahlen musste, aber wenn er gerne wollte, würde ich ihn nicht aufhalten. Ich orderte also einen Mojito (wenn die Bar schon Hemingway's heißt...) und er kämpfte sich nach unten durch.
    Während ich ihm dabei zusah, glaubte ich kurz, James gesehen zu haben, war mir aber nicht ganz sicher.
    Als Chase mit zwei Mojitos die Treppe heraufbalancierte, sah sein Gesicht hochkonzentriert aus und ich musste kurz lachen, weil ich an die Willkommensfeier für die beiden Austauschärzte dachte. "Verschütten Sie bloß nichts", ermahnte ich ihn und erntete einen Hahaha-Blick.
    "Was ist los mit Ihnen, Chase?", fragte ich ihn, als er sich wieder zu mir setzte und einen Mojito vor mir abstellte. "Sie beklagen sich darüber, immer alleine schlafen zu gehen und ziehen hier einen wahren Rattenschwanz an interessierten Damen hinter sich her...Gelegenheit hätten Sie genug." Ich zog eine Braue hoch und grinste ihn an.
    Er zupfte an dem Minzzweig in seinem Cocktail herum und hob unbehaglich eine Schulter. "Ja...ich weiß auch nicht...", meinte er dann mit einem Blick nach unten.
    "Was ist eigentlich mit den beiden Neuen?", wechselte ich das Thema. "Kommen Sie Drei mit denen zurecht?"
    "Hm...schon...allerdings verkrümeln sie sich auch oft, wenn sie uns sehen."
    "Seltsam", meinte ich nachdenklich. "Ich bin ja gewohnt, dass sich die Leute verkrümeln, wenn ich auftauche, aber Sie?"
    Chase zuckte die Achseln. "Manchmal sind sie was komisch...Sie scheinen irgendwie Angst vor uns zu haben."
    Ich grinste fies. "Ich für meinen Teil hätte eher Angst vor Typen, die mit toten Hunden zusammenwohnen..."
    Chase schauderte kurz. "Mann, der ist vielleicht freaky! Total unheimlich...sieht komisch aus..."
    "Vielleicht", dachte ich nach, "sollten wir mal alle zusammen mit ihnen einen Abend weggehen..."
    "Was ist los heute? Werden Sie sozial?"
    "Ich habe bloß das Gefühl, dass sie was aushecken. Und dazu will ich ihnen keine Gelegenheit geben."
    Chase grinste kurz. "Stimmt...Naja, ich war schon öfter mit Cameron und Foreman weg...warum nicht die beiden, Sie und Wilson noch dazu packen?"
    Als er "Sie und Wilson" sagte wurde er ziemlich rot, so dass ich es selbst in dem Dämmerlicht der Bar erkennen konnte.
    "Ja, warum nicht?", meinte ich nur.

    Wir verlegten uns aufs Krankheiten raten, dichteten den Gästen alle möglichen Symptome an und unterhielten uns über Gott und die Welt.
    "Du bist mit Chase hier und er Abend ist nett", wunderte ich mich nochmal.

    Irgendwann zwischendurch sah ich James und Dr. G die Treppe hochkommen. Letzterer hatte den Arm um James gelegt, was ich mir mit schmalen Augen besah. Sie hatten sich anscheinend auch irgendwo hier oben einen Platz gesucht und ich dachte nicht daran, "zufällig" an ihnen vorbeizulaufen. So unterhielten Chase und ich uns einfach weiter, bis nach einiger Zeit plötzlich ein Tumult ausbrach.
    "Ich glaub, da gibt's 'ne Schlägerei!", meinte Chase und ich stand auf, da ich jemanden kannte, der das Talent hatte, manches Mal dumme Situationen wie magisch anzuziehen. Ein Blick über die Köpfe der anderen Gäste hinweg zeigte mir einen riesigen Typen, der James in den Magen boxte und ich sah rot.
    Warte, Freundchen...
    Ich kämpfte mich zum Ort des Geschehens durch - James hatte mich inzwischen gesehen und war nicht mehr der Punching Ball, sondern hatte dieses Schicksal endlich an seinen widerlichen Studienkumpel abgegeben, der mich bei deviantART seit einiger Zeit mit unverschämten Kommentaren nervt.
    Nichtsdestotrotz schwang ich meinen Stock und liess ihn schwungvoll in das Gesicht des Angreifers sausen. Es gab ein ekelhaftes, knackendes und irgendwie schmatzendes Geräusch, das Arschloch fiel um und gab den Blick auf seine gebrochene Nase frei. Ich widerstand der Versuchung, über meinen Stock zu pusten wie über einen Revolver und sah James fragend an. Es schien ihm relativ gut zu gehen, denn er nickte nur.
    Ich humpelte zu ihm herüber, fasste ihn am Arm und half ihm auf.
    "Du solltest schon darauf achten, in welche Gesellschaft du dich begibst", flüsterte ich ihm ins Ohr. Damit schoß ich noch einen Todesblick in Richtung Mr. G, der sich grade aufrappelte, während die Rausschmeißer den Kerl mit der zerschmetterten Nase in Schach hielten.
    Inzwischen hatte sich Chase zu uns durchgekämpft. "Was ist passiert?" fragte er und sah zu meinem Stock, von dem ich mit dem Tischtuch grade etwas Blut wischte.
    "Oh...Teatime...nichts sonst, Chase...Arme Socke, hast den ganzen Spaß verpaßt..."
    "Und wir sprechen uns zu Hause noch", wisperte ich dann James zu, der nur benommen nickte.
    Die Türsteher legten uns nun nahe, zu verschwinden. Wir nickten bloß und James bedankte sich doch tatsächlich bei seinem Kumpel Daniel...
    "Ich wars nicht, der den Tag gerettet hat", knurrte der nur.
    "Nein, es war der Krüppel, der dir den Arsch gerettet hat!", schoß ich in seine Richtung und erinnerte mich an eine ausgesprochen fiese Bemerkung seinerseits.
    "Sicher!", grunzte Daniel zurück. "Einen Typen von hinten niederzuschlagen ist auch überaus edelmütig!"
    "Ich hätte ihn auch gerne dabei belassen, deine Fresse zu Brei zu schlagen", dachte ich nur bei mir, blieb aber stumm.
    James seufzte und sah zu Chase rüber. "Lasst uns gehen, bitte."
    Daniel und ich sahen uns an und öffneten gleichzeitig den Mund, wurden aber von James gestoppt, der meinte, wir sollten uns nicht wie zwei Gockel im Hühnerhaus benehmen. Was auch immer er damit meinte.

    Draußen verabschiedete sich Mr. G und ich riet dem blaß gewordenen Chase, sich auch ein Taxi zu rufen. "Das nächste Mal suchen wir uns eine Lokalität mit weniger asozialen Gästen", grinste ich ihm noch zu als er ins Taxi stieg.
    James wandte sich um und war überrascht, mich alleine zu sehen.
    "Und jetzt, Mr. Punching Ball?", fragte ich ihn. "Ab in die nächste Bar, eine weitere Schlägerei anzetteln?"
    "Wo ist Chase?", fragte er nur.
    "Ach weißt du, zuviel Aufregung ist nicht gut für ihn - ich habe ihn nach Hause geschickt. Also, was ist? Nächste Bar? Irgendjemanden zusammenschlagen? Ich müsste mein Handicap verbessern." Mit diesen Worten schwang ich meinen Stock wie einen Golfschläger.
    Aber James wollte bloß noch nach Hause und ich dachte darüber nach, wie ich ihm den Abend wohl noch versüßen konnte.

    Einige alberne Tests, die ich bei Cameron gefunden habe

    Sie hatte sie in ihrem Blog veröffentlicht und so langsam frage ich mich wirklich, welches kranke Hirn sich die ausdenkt.
    Ob es am Ende Cuddy ist?

    Not that surprising..

    You are Dr. Gregory House. You are the God of Snark. Life has given you lemons so you cut them in half and squeeze lemon juice in people's eyes to get your jollies. Although underneath it all you are really just a damaged person who can't deal with emotions, especially your own. The good news is you're brilliant!
    Take this quiz!


    What House M.D. Character Are You?



    Dr.Gregory House
    You are the king of medicine! You are mean, snarky, and downright brilliant. People admire you, and sometimes think your a total bastard. Oh well, you dont really care!
    Take The Quiz Now!Quizzes by myYearbook.com

    Wednesday, October 25, 2006

    Im Nebel ruhet noch die Welt...

    Durch eine glückliche Fügung sind wir heute früh nach Hause...
    Cuddy hat James wegen seiner Überstunden nach Hause geschickt und ich habe mich an ihrem Büro und der Rezeption vorbeigeschlichen.

    James war die ganze Zeit in einer überaus seltsamen Stimmung und sprach nicht viel. Seine Bemerkung, ich solle aufhören "so gut zu riechen" zeigte mir, dass ich nun ohnehin nichts richtig machen konnte und dass auch Nichtstun seine Stimmung verschlimmerte. Also sagte ich auch nichts mehr und dachte über den Grund seiner Laune nach.

    Sein Blick, als ich ihn auf der Treppe zur Haustür kurz streifte liess es mir dann wie Schuppen von den Augen fallen und ich beglückwünschte uns im Stillen, endlich zu Hause zu sein. Drinnen angelangt ließ ich meinen Rucksack in die Diele fallen und ging schnurstracks in die Küche, um uns jedem einen Fino einzuschenken.
    "Meinst du, du kannst einen trinken?", fragte ich James, der grade seine Jacke aufhängte.
    Er nickte. "Sicher...So vollgepumpt bin ich heute nicht."
    Ich reichte ihm das Glas und unsere Finger berührten sich dabei kurz. James biß sich auf die Lippe und ich musste innerlich lächeln. Es gefiel mir doch sehr, solche Reaktionen bei ihm hervorzurufen. "Vielleicht solltest du nur unterwegs nicht allzuviel Alkoholisches zu dir nehmen", warnte ich ihn. Wenn ich daran denke, dass der Medikamentencocktail dich gestern so plötzlich außer Gefecht gesetzt hat..."
    James seufzte und nahm einen Schluck Sherry - wir standen immer noch mitten im Wohnzimmer. "Heute gab es bloß 2 Vicodin...Aber ich passe schon auf..."
    Zwei nur? Wie schaffte er das bloß? Ich hatte mit Sicherheit schon...egal wie viele...
    Ich beugte mich zu ihm vor und küsste ihn sanft. Seine rechte Hand, die kein Sherryglas hielt, wanderte sogleich zu meinem Nacken und zog mich näher zu sich.
    Als ich wieder ein Stück zurücktrat schaute ich ihn bloß an und fragte leise "Ein bißchen Zeit haben wir noch, oder?"
    Er nahm mir wortlos das Glas ab und stellte beide Gläser auf dem Wohnzimmertisch ab.
    Sein Blick ließ mir die Knie ziemlich weich werden, aber ich schaffte es, ihn mit einem Arm zu umfassen, gleichzeitig zu küssen und ihn humpelnd rückwärts in Richtung Schlafzimmer zu schieben.
    Ich sah nicht genau, wo wir langgingen, so dass James in den Knien einknickte, als er gegen die Bettkante stieß und wir beide darauf niederplumpsten. "Ups..." meinte ich nur und ließ meinen Stock zu Boden fallen. James schaute mich aus ziemlich verschleierten Augen an und sah aus, als würde er gleich entweder bewußtlos werden oder aber über mich herfallen. Variante zwei wäre mir deutlich lieber gewesen und ich begann, seinen Hals zu küssen, bevor ihn womöglich eine Ohnmacht übermannte.
    Mit der Reaktion, die folgte, hatte ich nicht gerechnet. Ich erschreckte mich fast vor dem lauten Stöhnen und dem Ruck, mit dem mein Hemd zerriss. Das Himmelblaue. Dahin war's...
    Aber das war mir herzlich egal in diesem Moment, auch wenn ich mir bei seinem Hemd mehr Mühe gab, während James mir ungeduldig das T-Shirt über den Kopf zog.
    Innerhalb dem Bruchteil einer Minute lagen unsere sämtlichen Klamotten rund ums Bett verteilt und wir waren schon ein ganzes Stück weiter als da, wo wie gestern aufgehört hatten.
    "Oh mein Gott, du riechst so gut!", keuchte James und ließ meinen Magen Achterbahn spielen, als er meinen Rücken streichelte und an meinem Ohrläppchen knabberte bzw. schon fast schmerzhaft mit den Zähnen daran herumriss.
    Ich war mir kaum noch bewußt, wo wir waren und wie spät es überhaupt war und außer James konnte ich gar keinen klaren Gedanken fassen.
    Ich weiß nur, dass unsere Befürchtungen oder Bedenken mehr als...grundlos waren und alles so ziemlich wie von selbst ging. Als er sich in meinen Rücken krallte und mir atemlos ins Ohr keuchte fragte ich mich eine Millisekunde lang, ob Julie noch ganz bei Sinnen war, ihn zum Teufel zu schicken, aber ich plante auch, ihr ein großzügiges Dankeschön dafür zukommen zu lassen.
    Während einer der kurzen Pausen, die wir uns gönnten, schaute James beiläufig zur Uhr.
    "Wann triffst du dich noch gleich mit Chase?"
    "Um 7..."
    "Es ist halb..."
    "Mist!"
    Am liebsten wäre ich gar nicht mehr aufgestanden, aber ich flitzte unter die Dusche und machte mich fertig, so schnell ich konnte.
    James hatte ja noch etwas mehr Zeit, so lag er träge auf dem Bett und belustigte sich über meine Hektik. Als ich ihn zum Abschied küsste, grinste er mich an und meinte "Bete, dass dieser Glanz gleich aus deinen Augen verschwunden ist...Chase weiß sonst ganz genau, was eben noch vorgefallen ist..."

    Im Taxi dachte ich noch kurz darüber nach, ob Mr. G wohl erfreut sein würde, Chase und mich am gleichen Ort vorzufinden, an dem er sich mit James traf.... Aber diese Bar war nicht eben klein, es konnte gutmöglich sein, dass wir uns gar nicht über den Weg liefen. Und ich hoffte sehr, nicht am Ende ausgerechnet beim Pinkeln neben dem Typen zu stehen!
    Und ich dachte darüber nach, wie wir nach unseren Treffen noch den Abend gestalten würden...

    Nach Hause?

    Ich frage mich grade, ob ich mir einfach James irgendwie unter den Arm packen soll und mit ihm heimfahre...
    Wir haben ja noch etwas Zeit, es uns vor unseren Verabredungen..äh...gemütlich zu machen.
    Mal sehen, was er dazu sagt.

    Ein Hoch auf Wechselsachen

    Nachdem mir gestern sämtliche Wechselsakkos, die ich im PPTH bereit liegen hatte, vollgerotzt wurden und eines den Arm in blutigen Fetzen hatte, habe ich heute morgen meinen Vorrat an Wechselsachen aufgestockt. Als Arzt wird man vermutlich öfter versaut als auf einer Baustelle.

    Natürlich dachte ich nicht daran, nach meiner Lunchpause eine neue Jeans zu benötigen. Aber ich hatte nicht mit Wilson gerechnet.
    Er hat in seinem Bericht ja gnädig abgebrochen und ist zum Klinikdienst gegangen...

    Wie auch immer, er tat also was er tat und ich dachte irgendwo weit entfernt im Hinterkopf, wie überaus egal es mir war, ob er shmekl, putz oder petsl sagte, wenn er bloß nicht aufhörte mit seiner derzeitigen Beschäftigung.
    Seine Lippen verzogen sich kurz zu einem Grinsen, als mir ein leises Stöhnen entfuhr und mit noch mehr Energie als zuvor fuhr er fort.
    Als er mich sacht in den Nacken biss, machte ich mir noch kurz Gedanken darüber, ob man mich wohl vor der Tür hatte hören können, aber der Gedanke waberte so schnell weg wie er gekommen war und ich packte James am Kragen und zog ihn näher zu mir.
    Inzwischen war er geschäfig dabei, mein Hemd zu öffnen und das T-Shirt hochzuschieben. Ich wünschte mir mehr als alles andere, zu Hause zu sein, fasste ihn im Nacken und küsste ihn.
    Als ich mein Bein anwinkelte, bemerkte ich erneut eine Beule in James Hose und musste kurz grinsen. Er konnte nicht mehr leugnen, dass sein eigener "Witz" langsam außer Kontrolle geriet und er drauf und dran war, mir auf dem Sofa in seinem Büro die Klamotten runterzureissen.
    "Das was nicht ausgemacht", keuchte er dann auch und wich ein Stück zurück, ließ seine Hand aber in ihrer Bewegung fortfahren.
    Ich schluckte und sah ihn an. "James...hör auf...."
    Er grinste und dachte nicht daran. "Hör auf..."
    "Du kannst doch aufstehen!"
    Konnte ich nicht. Ich wäre vollkommen bescheuert gewesen, jetzt aufzustehen. Aber es war auch vollkommen bescheuert, ihn zu bitten, aufzuhören. Aber ich wußte, dass das peinlich enden konnte...
    "Bittebittebittebittebittebittebittebitte hör auf...."
    James verstärkte seinen Druck und beobachtete mich bloß mit einer Mischung aus Belustigung und irgendwas anderem.
    Zu spät. Mir entfuhr ein langgezogenes "Ooooooooooooh" und James' Belustigung wandelte sich in Überraschung und Ungläubigkeit. "Ups..."
    Ich konnte mich zunächst nicht rühren und wäre fast in hysterisches Gelächter ausgebrochen, als Jim ungläubig seine Hand betrachtete.
    "Gib mir mal den Mangosaft", sagte ich schließlich.
    "Was?! Wie kommst du jetzt auf den verdammten Saft?"
    "Her damit!"
    James reichte mir die Flasche und ich kippte mir ordentlich davon über die Hose.
    "Was machst du da?"
    "Was soll ich schon machen?", fragte ich ihn mit einer hochgezogenen Braue. "Irgendwie muss ich hier rauskommen und mir eine neue Hose anziehen...und mit dem Fleck traue ich mich eher auf den Gang hinaus...."
    James blinzelte kurz und musste dann lachen.
    "Witzig", knurrte ich.
    Er beugte sich vor und schnurrte mir ins Ohr "War das nicht besser als eine Banane zum Nachtisch? Und vielleicht mache ich heute Abend wirlich dort weiter, wo ich gestern aufgehört habe..."
    Ich war immernoch etwas sauer, aber seine Stimme verursachte mir eine Gänsehaut im Nacken. "Tu dir keinen Zwang an", brummte ich und stand auf. Ich sah unmöglich aus, aber es war definitiv Mangosaft, was zu sehen war.
    Leise drehte ich den Schlüssel im Schloss und trat auf den Gang. "Bis später dann..."
    James winkte mir zu und lachte immer noch.

    Es war auch vollkommen logisch, dass Allenby mir mit seinem Mittagsdate auf dem Gang begegnen würde.
    "Hallo, Greg!"
    Ich nickte den beiden zu, "Hi", und wollte machen, dass ich in mein Büro kam. Mr. Still deutete auf meine Hose. "Was um alles in der Welt ist das? Patientenkotze?"
    Allenby beugte sich vor und ich war drauf und dran, ihm eine zu kleben. Er inspizierte meine Hose, gottverdammt!
    "Mangosaft, oder? Du hast mit James Pause gemacht..."
    Ich nickte. "Exakt! Und nun würde ich mir gerne eine neue Hose anziehen."
    "Ah...ja...sicher...", meinte Louis entschuldigend. "Ähm...eine Frage habe ich noch..."
    Ich wandte mich zu ihm um. "Und?"
    "Hm..also...hättet Ihr dieses Wochenende Zeit? Brandon..also..."
    "Also ich", meldete sich Mr. Ich-sehe-aus-wie-Ben-Affleck.
    "Ja..also...Brandon und ich...wir..also..."
    "Jaaaaa?", fragte ich mit Engelsgeduld.
    "Wir würden Euch gerne einladen. Brandon kocht..."
    Verdutzt hielt ich inne.
    Na großartig! Eben hat dir Wilson zum ersten Mal einen runtergeholt und schwupps, werden wir zum schwulen Pärchenabend eingeladen!
    "Ich...Hm...Ich glaube schon...Frag doch James später auch mal. Aber...evtl. erst in einer halben Stunde..."
    Beide nickten und endlich konnte ich weiter zu meinem Büro.

    Bevor ich die Tür aufstoßen konnte, begegnete mir noch Foreman.
    "Großer Gott, House! Was ist das?!"
    Der überraschte Ausruf rief auch Chase und Cameron auf den Plan, gefolgt von Granger, Reid und Dorian.
    "Sollte ich wohl Eintritt nehmen?", fragte ich barsch.
    Ginger grinste fast im Kreis, hätten ihre Ohren sie nicht abgehalten. "Ist das Saft?"
    Die Art, mit der Chase und Cameron fassungslos auf meinen Schritt starrten, gefiel mir nicht.
    "Mangosaft!"
    "Nur Mangosaft? Oder soll der was anderes verstecken?", fragte sie weiter und Foreman warf ihr einen verstörten Blick zu. Im Stillen beglückwünschte ich sie für ihre Unverfrorenheit, warf ihr aber lediglich meinen Todesblick zu und stieß die Tür zu meinem Büro auf.
    "Ich ziehe mich jetzt um. Wenn einer von Ihnen zusehen will, kostet ihn das 30 Dollar!"